Französischer Außenhandel 2016 [fr]

Die französischen Exporte gingen 2016 im Umfeld eines abgeschwächten internationalen Handels laut der Zollstatistik [1] leicht zurück (- 0,6 %). Dies ist insbesondere auf den rückläufigen Verkauf von Gütern der weiterverarbeitenden Industrie sowie den von einem Preisverfall betroffenen Getreideexport zurückzuführen. Während der Export der Luftfahrtindustrie auf hohem Niveau stagnierte, stieg die Nachfrage nach französischen Automobil- und Luxusprodukten wie schon in den letzten Jahren weiter an.

Die Importe (+0,1%) stagnierten Anfang des Jahres aufgrund der gefallenen Energiepreise und einer nachlassenden Dynamik bei der Einfuhr von verarbeiteten Produkten (+2,6% nach +5,7% 2015). Die Importe im Automobil-/Luftfahrtsektor sowie von Maschinen und Lebensmitteln stiegen weiter an. Dagegen nahmen die von metallverarbeitenden und chemischen Produkten ab.

Insgesamt wuchs das Außenhandelsdefizit 2016 so um 3,1 Mrd. € auf -48,1 Mrd. €, wofür hauptsächlich der Exportrückgang in Länder außerhalb der EU (-2,1%) verantwortlich war. Dagegen konnte der Handel mit EU-Ländern leicht zulegen (+0,3%). Besonders der Dienstleistungsbereich war mit einem Rückgang des Überschusses von 8,4 Mrd. € 2015 auf 0,4 Mrd. € im letzten Jahr hauptverantwortlich für die schlechtere Bilanz.

Spuren im Tourismusgeschäft

Außenhandelsminister Matthias Fekl verwies in diesem Zusammenhang auf den negativen Einfluss der Terroranschläge, die deutliche Spuren im Tourismusgeschäft hinterließen und für 60% des Rückgangs im Dienstleistungsbereich verantwortlich seien. Allerdings bleibe das Außenhandelsdefizit mit -1,1% des BIP im Rahmen der von der EU fixierten Schwellen (-4% / +6%), so der Minister.

Gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit seit 2012

Insgesamt könne die Regierung durch ihre Politik der letzten vier Jahre zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit französischer Unternehmen Erfolge vorweisen, so Matthias Fekl:

-  Das Außenhandelsdefizit Frankreichs im Güterbereich ist seit 2011 um 1/3 gesunken;
-  die Zahl der exportierenden Unternehmen ist um 8 000 auf 124 000 gestiegen;
-  der Weltmarktanteil Frankreichs hat sich seit 2012 nach dem starken Rückgang zum Anfang des Jahrhunderts bei 3,5% stabilisiert.

[1Frankreich war, dem Beispiel anderer wichtiger Industrieländer (USA, Deutschland, Großbritannien) folgend, 2016 auf eine einheitliche Außenhandelsstatistik übergegangen, die gleichsam Güter und Dienstleistungen umfasst und so im Umfeld der Globalisierung eine verlässlichere Datenbasis liefert.

Letzte Änderung 04/05/2017

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