Französisches Parlament verabschiedet Programm gegen Jugendarbeitslosigkeit [fr]

JPEG Die französische Regierung plant für 2013 die Schaffung von 100 000 Arbeitsplätzen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit. Ein entsprechendes Gesetz wurde am 26.September 2012 endgültig vom Parlament verabschiedet.

Die französischen Eisenbahnen SNCF haben schon die Einstellung von 500 Jugendlichen im Rahmen des Programms angekündigt.

Das Programm gegen Jugendarbeitslosigkeit

Das neue Programm lehnt sich an den erfolgreichen Vorgänger "Emploi jeunes“ an, über den zwischen 1997 und 2002 über 350.000 Jugendliche den Einstieg in das Arbeitsleben schafften.

Das Gesetz beinhaltet die Schaffung von so genannten „emplois d’avenir“ (‚zukunftsgerichtete Arbeitsplätze’) für Jugendliche unter 26 Jahren und entspricht somit dem Wahlversprechen von Staatspräsident Hollande, die Jugend in den Mittelpunkt seiner Amtszeit zu stellen. Ziel der „emplois d’avenir“ ist es, jungen Geringqualifizierten Ausbildungsmöglichkeiten zu eröffnen und damit einen Eintritt in die Berufswelt zu ermöglichen.

Das Programm richtet sich vor allem an Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahren, die keinen Abschluss haben und aus Gegenden stammen – in Städten wie auf dem Land –, wo die Arbeitslosigkeit besonders hoch ist. Die neuen Arbeitsplätze sollen aber auch jenen Jugendlichen aus stark betroffenen Regionen zugänglich sein, die bereits einen ersten Abschluss haben, z. B. ein CAP bzw. BEP (Entspricht in Deutschland etwa einer Gesellen- oder Facharbeiterprüfung) oder das Abitur.
Im Vordergrund stehen Beschäftigungen im öffentlichen Sektor und Tätigkeitsfelder, die einen sozialen Nutzen haben und Perspektiven auf dauerhafte Beschäftigungsverhältnisse bieten. Dazu zählen „grüne“ Bereiche im Sinne von Umweltschutz, soziale oder medizinische Betreuung, Informatik und Tourismus. Darüber hinaus werden auch Studierende eines Lehrberufs gefördert, die sich über ein Stipendium finanzieren.

2013 sollen 100 000 Stellen geschaffen werden, um 2014 auf 150 000 zu erhöhen. Diese staatliche Anschubfinanzierung umfasst 2,3 Milliarden Euro. Der Staat übernimmt in den ersten drei Beschäftigungsjahren 75 % des Bruttogehalts der jungen Arbeitnehmer. Im Vordergrund stehen unbefristete oder auf drei Jahre begrenzte Vollzeit-Verträge. Die „emplois avenir“ bieten den jungen Menschen die Möglichkeit einer ersten Berufserfahrung und einen Einstieg in den Arbeitsmarkt, aus dem sich später ein langfristiges Beschäftigungsverhältnis entwickeln kann. Sie können auf diesem Wege wichtige Kompetenzen erwerben oder Motivation zur Weiterbildung – etwa eine duale Ausbildung – finden. Das Programm baut auf ein starkes Engagement von Seiten der Arbeitgeber im Sinne einer intensiven Betreuung des Berufsanfängers. Außerdem erhalten die jungen Arbeitnehmer Unterstützung von den „missions locales“, einer Art lokaler Jobcenter, die jungen Arbeitnehmern beim Einstieg ins Berufsleben helfen.

Letzte Änderung 27/09/2012

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