Französisches Volontariatsprogramm steht allen jungen EU-Bürgern offen [fr]

Am 12. Oktober 2016 trat der Wirtschaftsrat der Französischen Botschaft in Berlin zum 6. Mal zusammen. Das diesjährige Thema: die Förderung des französischen Volontariatsprogramms V.I.E. in Deutschland, das jungen Berufseinsteigern zwischen 18 und 28 Jahren die Möglichkeit eines Volontariats in einem Unternehmen gibt.

Das V.I.E.-Programm steht Bewerbern der gesamten Europäischen Union offen. Es fördert die internationale Entwicklung von Unternehmen und die berufliche Mobilität von jungen Menschen – zwei Gründe, um das Programm in Deutschland noch stärker zur Geltung zu bringen! Das Entwicklungspotenzial ist enorm: Von den derzeit 899 internationalen Volontären in Deutschland sind lediglich 10 % in Niederlassungen französischer Unternehmen im Einsatz. Und für 250 Stellen werden derzeit passende Kandidatinnen und Kandidaten gesucht.

Das Treffen des Wirtschaftsrats am 12. Oktober begann mit den Vorträgen eines in Deutschland niedergelassenen französischen Unternehmens, das das Volontärsprogramm nutzt, sowie eines Teilnehmers, der gerade sein Volontariat in Deutschland abgeschlossen hat. Sie gaben eine konkrete Vorstellung von den Chancen des Programms sowohl für Berufseinsteiger als auch für Unternehmen. Die französische Agentur für Export- und Investitionsförderung Business France stellte in der Rückschau ihren Aktionsplan zur Förderung des Freiwilligenprogramms in Deutschland vor. Ein reger Austausch zwischen den Teilnehmern brachte schließlich konkrete Vorschläge zur Förderung des Programms in Deutschland hervor.

Es herrschte Einigkeit darüber, dass die Möglichkeiten eines internationalen Volontariats im Unternehmen vor allem bei den kleinen und mittleren Unternehmen nicht ausreichend bekannt sind. Wichtig ist also eine entsprechende Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit der beteiligten Akteure bei den Unternehmen. Es wurde vorgeschlagen, konkrete Beispiele für Aufgaben von V.I.E.s und für „business cases“ zu veröffentlichen, damit die Unternehmen sich ein klares Bild vom Potential des Programms machen können. Neben diesen Fallbeispielen könnten auch ganze „Pakete“ angeboten werden, die neben dem Volontärvertrag eine Unterkunft, kaufmännische Beratung und Sprachkurse enthalten. Dadurch könnten die Unternehmen die Effizienz des Freiwilligen steigern und hätten weniger Verwaltungsaufwand.

Was den Kreis der potentiellen Bewerberinnen und Bewerber betrifft, so sind mehrere Ideen entstanden, wie man das Interesse an einem Volontariat in Deutschland wecken könnte. Fest steht: Die Bewerber sollen fachliche, betriebswirtschaftliche und sprachliche Kompetenzen mitbringen. Und die wenigen Berufseinsteiger, die über diese Dreierkompetenz verfügen, sind oftmals an anderen Möglichkeiten interessiert. Beim Thema Deutschkenntnisse gingen die Meinungen auseinander: Manche waren der Ansicht, Deutschkenntnisse seien unbedingt von Nöten, um in Deutschland zu arbeiten, andere hingegen meinten, die Sprachbeherrschung sei kein entscheidendes Kriterium und die Lösung könne auch in Sprachkursen vor Ort oder vor Beginn des Volontariats in Deutschland liegen. Bezüglich des Bildungsgrads brachten mehrere Personen das Argument hervor, der Bewerberkreis müsse ausgeweitet werden auf junge Erwachsene ohne Hochschulabschluss oder mit nur kurzer Studienzeit (Bac +2). Die Höhe des Gehalts in Deutschland war ebenfalls ein Diskussionspunkt. Dieses wird von einigen angesichts des gesuchten Profils als zu niedrig beurteilt, von den meisten der Teilnehmer aber als angemessen.

Die Teilnehmer waren sich darüber einig, dass die Präsenz im Internet und in den sozialen Netzwerken stärker genutzt werden muss, um das V.I.E.-Programm bei den jungen Menschen bekannt zu machen. In dieser Hinsicht hätte die Ernennung von Junior-„Botschaftern“, die über ihre Erfahrungen berichten, sicherlich eine starke Wirkung.

Schließlich war ein Ergebnis dieses Treffens, dass alle Exportpartner in Deutschland, zusätzlich zu den Maßnahmen von Business France, an der Förderung dieses Programms mitwirken, das sowohl für die Berufseinsteiger als auch für die Unternehmen gewinnbringend ist. Auch die an der Ausbildung beteiligten Institutionen (DFH, DFJW) und Stellenvermittler wie Pôle Emploi oder der Verein für die Beschäftigung leitender Angestellter, APEC, die ebenfalls an dem Treffen teilnahmen, werden in diese Aktionen eingebunden.

Letzte Änderung 20/10/2016

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