French touch bei Feuerwerken stark gefragt [fr]

GIF Schon seit Jahrhunderten begeistern sich die Menschen für pyrotechnische Schauspiele. Auch in diesem Sommer werden wieder Feuerwerke an unserem nächtlichen Himmel erstrahlen. Auf diesem Sektor haben französische Pyrotechniker ein besonderes Know-How entwickelt, das sich weltweiter Nachfrage erfreut.

Der Markt für Feuerwerke ist beachtlich: Jährlich werden weltweit vier Milliarden Euro für Knaller und Feuerwerkskörper ausgegeben. China ist derzeit der größte Hersteller und Exporteur, aber auch das Land mit dem höchsten Verbrauch an pyrotechnischen Erzeugnissen: 50% der weltweiten Nachfrage kommen allein aus China. Aus diesem Grund hat der europäische Marktführer, der Franzose Lacroix-Ruggieri, ein Büro in Shanghai eröffnet. Die Franzosen zeichnen sich insbesondere durch Feuerwerks-shows von konzeptionell und gestalterisch hoher Komplexität aus.

Das Feuerwerk ist eine beliebte Volkstradition und auch auf kommunaler Ebene ist der Wunsch nach wie vor sehr lebendig, ein Schauspiel dieser Art und Größenordnung zu bieten. „Wir schätzen den französischen Markt auf 80 Millionen Euro, Kosten für Sound-, Licht- und elektronische Anlagen nicht mitgerechnet…“, erklärt Henri Miermont, Generalsekretär des Verbands der Hersteller von Sprengstoffen, Pyrotechnik und Feuerwerkskörpern.

Große Feuerwerke kosten in der Regel zwischen 50.000 und 100.000 Euro, wobei ein Feuerwerk für den französischen Nationalfeiertag am 14. Juli in Paris ein Budget von 600.000 Euro erreichen kann. Innerhalb von 35 Minuten verbrauchen die Pyrotechniker dabei bis zu 30 Tonnen Pulver. In diesem Jahr wird das Feuerwerk von den Pyro-Künstlern der Groupe F veranstaltet, ein Unternehmen, dem auch die nächtliche Feuerwerksshow les Grandes Eaux Nocturnes im Versailler Schlosspark, oder auch das Spektakel am Neujahrstag in Dubai zu verdanken sind. Das Unternehmen exportiert sein Feuerwerk ebenso nach Taipei, Kuwait City, Istanbul, London, Rio de Janeiro, Doha, Abu Dhabi etc.

Der «French Touch» ist im Ausland sehr gefragt, so dass eine Pyro-Show des Öfteren auch die Kosten von einer Millionen Euro übersteigt. «Die Franzosen komponieren so eine Art lyrische Oper, bei der sie das Feuerwerk mit Musik und Licht untermalen …», erklärt Jean-Eric Ougier, einer der derzeit angesagtesten Feuerwerksmeister und Begründer des Unternehmens Fêtes et Feux, das bereits fünf Mal das Feuerwerk des 14. Juli in Paris inszeniert hat, 500.000 Zuschauer in Genf zusammenbrachte und jeden Sommer mehr als 80 Feuerwerke ausrichtet. Jean-Eric Ougier ist ebenso der Veranstalter der großen Feuerwerksshow im Westen von Paris, des Grand Feu de Saint-Cloud. Es zählt zu den zeitlich betrachtet längsten Feuerwerken Europas und soll dieses Jahr am 13. September stattfinden.

In Frankreich gibt es etwa zehn Unternehmen, die sich auf das Gebiet der Pyrotechnik spezialisiert haben. Die wichtigsten unter ihnen wie Lacroix-Ruggieri, Groupe F sowie Fêtes et Feux erwirtschaften beträchtliche Umsätze. Unter all diesen renommierten Markenunternehmen unterscheidet Henri Miermont zwischen „jenen, die eher Gegenstände miteinander verbinden und jenen, die ihre eigenen Kompositionen zusammenstellen, indem sie verschiedene Pulver mischen, um dadurch besondere Effekte zu erzielen, wie der Handwerksbetrieb ATPM in Villeneuve-sur-Lot. ATPM fertigt in Kleinserien besondere Produkte von visuell ausgesuchter Qualität an, die sehr beliebt sind“.

Der derzeitige europäische Marktführer, das Unternehmen Ruggieri, wurde im Jahre 1739 gegründet, als die Gebrüder Ruggieri Feuerwerksmeister am Hofe von Ludwig XV. wurden. 1997 ging die Gesellschaft eine Allianz mit dem Pyrotechniker Etienne Lacroix ein, der im Süden Frankreichs bereits seit 150 Jahren fest etabliert war. Der Erfolg ihrer pyrotechnischen Shows, eine Mischung aus Lichtexplosionen, Musik und Schauspiel, hat seitdem nie nachgelassen. Sie waren bereits in Frankreichs WM-Stadion Stade de France, am Eiffelturm, am Brandenburger Tor in Berlin, Madagaskar und in Katar zu bewundern. Sie schenkten uns unvergessliche Momente wie zur Hundertjahrfeier der New Yorker Freiheitsstatue oder das Konzert von Jean-Michel Jarre am Fuße der Pyramiden in Giseh.

Ebenso im Ausland beliebt ist das Familienunternehmen Brézac Artifices. Ihm verdanken wir u. a. die wunderbaren Feuerwerke zum 50. Jahrestag Indonesiens in Jakarta, das mehr als eine Million Zuschauer begeisterte, oder zur Feier des Europatags im rumänischen Parlamentsgebäude in Bukarest. Zu nennen ist weiterhin Pyragric, dessen Feuerwerke sowohl in China, Portugal, auf den Seychellen, in Afrika, Georgien, in der Schweiz und in England als auch während der Etappen der Tour de France zu bewundern sind.

Alle diese Pyroexperten verdanken ihre langjährige Existenz insbesondere der ständigen Suche nach neuen Effekten und der optimalen Nutzung neuer Spitzentechnologien. Wenn sie die neusten Feuerwerke bestaunen wollen, verpassen Sie nicht den nächsten Internationalen Kongress der Pyrotechnik 2015 in Bordeaux. Es werden 40 bis 50 Aussteller aus aller Welt erwartet und jeden Abend werden drei Feuerwerke gezündet!

Sylvie Thomas

Letzte Änderung 11/08/2014

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