Garantie jeunes: Eingliederungsprogramm für Jugendliche in prekären Verhältnissen läuft an [fr]

JPEG Im Rahmen der Politik zur Bekämpfung der Armut und zur Förderung der sozialen Teilhabe will die französische Regierung mit dem Eingliederungsprogramm „Garantie jeunes“ die Prekarität und Perspektivlosigkeit von Jugendlichen unter 25 Jahren bekämpfen.

Das Programm, das sich an Jugendliche ohne Berufsabschluss und ohne hinreichende Schulbildung richtet, wird ab September 2013 zuerst in 10 städtischen und ländlichen Testgebieten mit etwa 10 000 Teilnehmern anlaufen. Es soll dann stufenweise bis 2016 auf ganz Frankreich und 100 000 Jugendliche ausgeweitet werden. Nach einem Regierungsbericht befanden sich 2012 14,7 % der Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 29 Jahren in einer beruflich prekären Situation.

Bei dem Programm handelt es sich um eine von mehreren Initiativen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Frankreich und auch um eine konkrete Umsetzung der Beschlüsse des EU-Gipfels am 26. Juni sowie der Konferenz zur Förderung der Jugendbeschäftigung in Europa, die Anfang Juli 2013 in Berlin stattfand.

Ganz nach dem Prinzip Fördern und Fordern werden Eingliederungsverträge zwischen Staat und Jugendlichen abgeschlossen und Beihilfen in Höhe der sozialen Mindestsicherung RSA gezahlt.

Der Eingliederungsvertrag

Der Jugendliche schließt mit einer staatlichen Stelle vor Ort (Sozialdienste, Arbeitsverwaltung etc.) einen Eingliederungsvertrag für ein Jahr, der danach verlängert werden kann. Bestandteil des Vertrages ist eine Unterstützung bei der Arbeitssuche bzw. bei der Ausbildung mit entsprechenden Angeboten. Der Jugendliche erhält im Gegenzug bei nachgewiesener Bedürftigkeit für die Zeit, in der er weder einer Beschäftigung noch einer Ausbildung nachgeht, eine staatliche Unterstützung in Höhe des RSA (maximal 483 €). Jugendliche unter 25 Jahren haben laut Gesetz in der Regel bisher keinen Anspruch auf diese soziale Mindestsicherung.

Der Jugendliche muss seine Zustimmung für die Betreuung durch die staatlichen Stellen geben und den Angeboten Folge leisten. Im gegenteiligen Fall wird die Vereinbarung samt der Leistungen aufgekündigt.

Der Anspruch auf die Hilfen endet mit einer Arbeitsaufnahme, dem Beginn einer Ausbildung oder der Vollendung des 25. Lebensjahres.

- Staatspräsident Hollande bei Konferenz zur Förderung der Jugendbeschäftigung
- Französisches Parlament verabschiedet Programm gegen Jugendarbeitslosigkeit
- Deutsch-französische Initiative zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in Europa

Letzte Änderung 21/08/2013

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