Geberkonferenz zum Schutz des Kulturerbes in Kriegsgebieten [fr]

Am 20. März 2017 fand im Khorsabad-Hof des Louvre in Paris unter dem Vorsitz Frankreichs, der Arabischen Emirate und der Unesco eine internationale Geberkonferenz zum Schutz von durch den Terrorismus und militärische Konflikte bedrohter Kulturgüter statt.

Der Aufbau eines diesbezüglichen Fonds war auf einer internationalen Konferenz im Dezember 2016 in Abu Dhabi in die Wege geleitet worden. Diese hatte ausdrücklich zum Ziel, den militärischen und politischen Kampf gegen den Terrorismus durch eine kulturelle Komponente zu ergänzen.

Der Fonds wird unter Federführung Frankreichs, der VAE und der UNESCO seinen Sitz in Genf haben. Er ist auch mit der Evaluierung der Schäden, ihrer Archivierung und Digitalisierung wie auch mit dem Aufbau einer Datenbank über den illegalen Handel mit Raubgütern beauftragt. Von den bis 2019 angestrebten 100 Mio. Dollar zu seiner Finanzierung konnten auf der Konferenz im Louvre von sieben Ländern
(Frankreich, Saudi-Arabien, Kuwait, Vereinigte Arabische Emirate, Luxemburg, Marokko und Schweiz) 75 Mio. an Verpflichtungserklärungen eingesammelt werden.

Schon seit 2013 sind Frankreich und die Vereinigten Arabischen Emirate aktiv dabei, eine Antwort auf die um sich greifenden Zerstörungen und Plünderungen von Stätten des Weltkulturerbes zu geben. Die Generalsekretärin der UNESCO Irina Bokova bezeichnete diese auf der Konferenz „als ein Kriegsverbrechen, dass zu einer Kriegstechnik geworden sei.“

Eine neue Art internationaler Kooperation

In seiner Rede beschwor Staatpräsident Hollande den Zusammenhang der Massaker und Gewalt gegen Personen und der Zerstörung des Kulturerbes. Bei beiden gehe es darum „das, was vorher bestand, zu zerstören, um die Hoffnung abzutöten“ und so die menschliche und kulturelle Vielfalt auszulöschen. Diese erinnere uns daran, „dass die Modernität nicht auf Vergessen gründen kann, dass es immer eine Geschichte gibt, eine lange Geschichte, die es uns ermöglicht, voranzugehen. Und dass man niemals die Zukunft gestalten kann, ohne sich der Vergangenheit bewusst zu sein.“ In einer Zeit in der die Abschottung immer mehr zunimmt „kann unsere Konferenz ein Zeichen der Hoffnung geben, denn sie zeigt neue Formen des internationalen Handelns auf, die in ihrer Art und Weise einmalig sind, aber geleitet werden von der Anforderung, effektiv und flexibel zu sein.“

In diesem Zusammenhang kündigte er eine gemeinsame Initiative mit Italien für eine Resolution im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zum Schutz des Kulturerbes an.

Herausforderungen für die Arbeit des Fonds

Die Arbeit des Fonds stehe vor folgenden Herausforderungen, so der Staatspräsident:

„Die erste Herausforderung ist das Beschaffen von Geldern. Wir haben das Ziel gesetzt, 100 Millionen Dollar bis 2019 einzusammeln – ein ehrgeiziges aber machbares Ziel.

Wie versprochen wird Frankreich mit 30 Millionen Dollar dazu beitragen – ein unumkehrbares, dauerhaftes Versprechen. In diesem Zusammenhang rufe ich jeden einzelnen von Ihnen dazu auf, sich heute oder in den kommenden Monaten dieser Verpflichtung anzuschließen.

Die zweite Herausforderung ist es, private Geber und qualifiziertes Personal für das Vorhaben zu gewinnen. Denn wir wollen, dass die Großzügigkeit des Mäzenatentums und der wissenschaftliche Beitrag von Akademikern in unser Projekt einfließen.

Die dritte Herausforderung für uns ist es, konkrete Initiativen anzustoßen. Große Dringlichkeit herrscht zunächst im Irak. Dort muss eine genaue Bestandsaufnahme der Schäden an Denkmälern, Museen und Bibliotheken gemacht werden. Dringlichkeit herrscht aber auch in Mali, Afghanistan, Jemen und Syrien.“

Letzte Änderung 01/06/2017

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