Gedenkjahr 100 Jahre Erster Weltkrieg – eine Bilanz [fr]

GIFDas Jahr 2014 war für Frankreich ein Jahr voller Erinnerungen. Der 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs wurde von den Bürgerinnen und Bürgern Frankreichs mit über 2 000 angemeldeten Projekten, mit Tausenden von Büchern und Hunderten von Ausstellungen begangen. Der Einsatz der Gebietskörperschaften und des Bildungssektorswarbeispielhaft. Über 15 000 Schülerinnen und Schüler der Unterstufe haben an dem Wettbewerb Petits Artistes de la Mémoire (Kleine Künstler der Erinnerung) teilgenommen. Auch der 70. Jahrestag der Befreiung Frankreichs war ein sehr bewegendes Ereignis. Die Französinnen und Franzosen haben dieses Ereignis am 6. Juni an den Stränden der Normandie und am 15. August an denen der Provence zusammen mit den letzten Kriegsveteranen und vor den Augen der ganzen Welt begangen.

Der Wunsch von Staatspräsident François Hollande, dass die Gedenkveranstaltungen und die Geschichte dem Land als Anlass dienen, sich der Werte der Republik wieder bewusst zu werden, ist in Erfüllung gegangen. Die beiden Gedenkzyklen haben unter anderem an Frankreichs Schuld gegenüber den Soldaten aus Afrika und Übersee erinnert. Für deren Kinder und Enkelkinder ist dies sicher ein Grund, fürihr Land Stolz zu empfinden.

Das Gedenkjahr trug auch erheblich zur internationalen Strahlkraft Frankreichs bei. Damals ein Schlachtfeld für die ganze Welt, hat Frankreich jetzt seine Fähigkeit unter Beweis gestellt, ein Ort des internationalen gemeinsamen und besonnenen Gedenkens zu sein. Die Gedenkveranstaltung am 6. Juni war durch die Anwesenheit von 18Staatschefs am Strand Sword Beach unvergleichbar intensiv. An der Parade vom 14. Juli haben 77 Nationen, die an dem Krieg 1914-1918 beteiligt waren, teilgenommen. Am 3. August haben Deutschland und Frankreich gemeinsam am Hartmannsweilerkopf dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs gedacht, der Europa zerriss. Am 15. August hat Frankreich den afrikanischen Staats- und Regierungschefs seine Dankbarkeit für die erbrachten Opfer der afrikanischen Mitstreiter bei der Befreiung Europas bezeugt. Am 11. November schließlich gedachte Frankreich bei der Einweihung der neuen Gedenkstätte von Notre-Dame-de-Lorette allen Gefallenen des Ersten Weltkriegs.

Die Gedenkveranstaltungen haben letztlich auch der Anziehungskraft Frankreichs gedient, denn sie haben bewiesen, dass der „Gedenktourismus“ ein wichtiger Stellhebel der lokalen wirtschaftlichen Entwicklung sein kann. Die wichtigsten Gedenkstätten in der Normandie (Basse-Normandie) konnten so von März bis August 2014 eine Zunahme ihrer Besucherzahlen um 60%, im Juni 2014 sogar um 95% verzeichnen. Die Regierung unterstützt diese Entwicklung und setzt sich unter anderem für die Aufnahme der Strände in der Normandie, an denen die Landung der Alliierten stattgefunden hat, und der wichtigsten Gedenkstätten für die Gefallenen an der Westfront in das Weltkulturerbe der UNESCO ein.

Das Jahr 2015 wird mit dem 70. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager und dem 100. Jahrestag des Beginns des Völkermordes an den Armeniern hauptsächlich geprägt sein von dem Gedenken an die Völkermorde und die Deportation und der feierlichen Ehrung der Generation der Überlebenden des Zweiten Weltkriegs.

Mitteilung des Ministerrats vom 12.11.2014

Letzte Änderung 26/01/2015

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