Gedenktourismus in Frankreich [fr]

Zumeist wurden diese Orte erst unlängst für den Tourismus erschlossen. 80% wurden seit 1980 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht - und dies mit sofortigem Erfolg. Einer gemeinsamen Untersuchung von Atout France, des französischen Fremdenverkehrsamts und des Verteidigungsministeriums zufolge lag die Besucherzahl im Jahr 2012 bei nahezu 6,2 Millionen, darunter 45% Ausländer. 70% der internationalen Besucher kommen aus den fünf Ländern Großbritannien (17%), Deutschland (16,5%), Belgien (15,5%), Niederlande (13,2%) und den Vereinigten Staaten (8,1%). Ein Großteil der geschichtlich interessierten Touristen besucht insbesondere die Regionen Ostfrankreich (24%), Westfrankreich (24%), Großraum Paris (18%) und Nordfrankreich (15%).

2014 dürfte der Zustrom an Touristen wegen des Beginns der Gedenkfeierlichkeiten 100 Jahre Erster Weltkriegs und 70 Jahre nach der Landung der Alliierten in der Normandie noch höher ausfallen. Und auch für 2015 und 2016 ist ein erheblicher Anstieg der Besucherzahlen zu erwarten, da sich in diesen beiden Jahren mehrere für die Commonwealth-Staaten besonders bedeutende Schlachten des Ersten Weltkriegs zum 100sten Mal jähren – u.a. auch die „Bataille de la Somme“, die blutigste Schlacht des gesamten Krieges, mit überwiegend britischen und deutschen Opfern.

Die Australier und Neuseeländer, die sich besonders gerne an die Stätten der Erinnerung begeben, um das Heldentum ihrer Vorfahren zu würdigen, werden wahrscheinlich am 25. April 2015 (ANZAC Day) in großer Zahl die Ortschaft Villers-Bretonneux im Département Somme besuchen, wo fast 30.000 ihrer Landsleute in den Schützengräben umkamen. Die Kanadier dürften vor allem für den 4. April 2017 nach Frankreich kommen, um der Eroberung des Höhenzugs von Vimy im Pas-de-Calais zu gedenken, bei der besonders viele ihrer Soldaten starben.

Letzte Änderung 11/08/2014

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