Gesetz zu Buchhandelsrabatten: Kulturministerin Filippetti kritisiert Ausnutzen der Marktposition durch Amazon [fr]

Mit der Veröffentlichung im Gesetzblatt ist in Frankreich seit dem 9. Juli 2014 die Kopplung des zulässigen 5%-Rabattes mit kostenfreien Lieferungen beim Verkauf von Büchern verboten, eine Praxis die vor allem der Online-Buchhändler Amazon bisher ausnutzte und die den stationären Handel stark in Mitleidenschaft zog.

Im Zusammenhang mit dem ebenso anhängigen Streit um die E-Buchrabatte und dem Druck auf den französischen Hachette-Verlag, hat die französische Kulturministerin Aurélie Filippetti noch einmal ausdrücklich das Ausnutzen der Marktposition von Amazon zu Lasten des Buchhandels kritisiert. Dabei machte sie sich die Kritik der amerikanischen Presse sowie des deutschen Buchhandels zu eigen.

Es sei nicht hinnehmbar, dass den Verlagen durch einen Online-Boykott ihrer Sortimentskataloge Rabatte aufgenötigt würden. Dies sei nicht nur eine Bedrohung für den Buchhandel, sondern auch für die dadurch in Geiselhaft genommenen Leser und Autoren.

Mit dem Vorwand die Barrieren zwischen Schriftstellern und Lesern fallen zu lassen erschwere Amazon die Verbreitung gewisser Bücher, so Filippetti. Das Buch sei aber kein Produkt wie jedes andere, denn es sei ein Verbreitungskanal für Ideen und Gedanken. Mit der Praxis der Verhinderung von Vorausbestellungen oder der Verlängerung von Lieferfristen behindere der Online-Buchhändler den Zugang der Leser zu den Produkten ihrer Wahl.

Diese aggressiven und für den Buchhandel zerstörerischen Praktiken belegten das Ausnutzen der Marktposition durch Amazon in vielen Ländern..

Kulturministerin Filippetti verlieh ihrem Wunsch Nachdruck, dass die EU-Kommission sich der Sache annehme, um dem Ausnutzen der Marktmacht in Europa Einhalt zu gebieten. Sie verwies dabei auf die nationalen Anstrengungen in Frankreich für eine faire Konkurrenz im Bereich des Buchhandels.

Letzte Änderung 11/08/2014

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