Gleichstellung von Mann und Frau – Leitfaden der französischen Regierung [fr]

(c) Matignon - JPEG Am 30. November traten zum ersten Mal seit zwölf Jahren alle Mitglieder des französischen Kabinetts im Rahmen des Interministeriellen Ausschusses für die Rechte der Frauen zusammen, um unter Leitung von Premierminister Jean-Marc Ayrault einen Aktionsplan für die Gleichstellung von Frauen und Männern zu präsentieren. Der Premierminister erklärte in diesem Zusammenhang: „Die Politik zur Geschlechtergleichheit muss ein Grundpfeiler des neuen französischen Modells sein.“

Das Ziel besteht darin, zu einer realen Gleichstellung zu gelangen. „Reale Gleichstellung“, so die Ministerin für die Rechte der Frauen, Najat Vallaud-Belkacem, sei „eine Generation, in der wir uns zum Beispiel fragen, warum bestimmte Gesetze nicht umgesetzt werden. Man versteht rasch, dass die Gesetze nicht umgesetzt werden, weil wir uns zwar damit beschäftigt haben, Gesetzestexte zu verabschieden, uns aber nicht ausreichend mit den Köpfen der Menschen beschäftigt haben. (…) Ungleichheiten liegen in bestimmten Stereotypen begründet, in Konstruktionen, die jedes Geschlecht in eine vorgefertigte Rolle pressen. (…) Um Gleichstellung zu erreichen, müssen wir am Denken der Menschen arbeiten. (…) Um voranzukommen, gilt es, die bestehenden Stereotypen abzubauen.“

Die französische Regierung hat sich daher vorgenommen, in verschiedene Richtungen vorzugehen:

-  Einbeziehung der Jüngsten, um den üblichen Ungleichheiten vorzubeugen: Einführung des Programms „ABC der Gleichheit“ in den Grundschulen, Sexualkunde, paritätische Besetzung von Hochschulgremien, Förderung des Frauensports etc.;
-  Entlastung der Frauen im Alltag und Abbau der Hürden zur beruflichen Gleichstellung: Aufstockung der Beschulungsmöglichkeiten von unter Dreijährigen bis 2015, Förderung des weiblichen Unternehmertums, Veröffentlichung des Dekrets über die Verpflichtungen von Unternehmen zur beruflichen Gleichstellung und des anschließenden Gesetzes über die Stellung der Frau in Verwaltungsräten, Ausweitung des Geltungsbereichs auf alle staatlichen Industrie- und Handelseinrichtungen;
-  Abbau von Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen im Gesundheitswesen: Förderung von Verhütungsmethoden, vollständige Übernahme der Kosten für einen Schwangerschaftsabbruch, Betreuung von Frauen in prekären Verhältnissen, verstärkte Gesundheitsprävention;
-  Schutz der Frauen vor Gewalt: Informationskampagne gegen Gewalt im Jahr 2013, Einrichtung des Notfalltelefons, über 1 500 Plätze in Notunterkünften für Frauen, Bekämpfung von Zwangsheirat, verbesserte Betreuung von Gewaltopfern;
-  Gleichstellung in allen Bereichen des staatlichen Handelns: Parität bei Wahlen auf nationaler Ebene, neue Grundsätze für die Berufung in hohe staatliche Gremien, Absichtserklärung über die Gleichstellung im öffentlichen Dienst;
-  Stärkung der Rechte der Frauen auf internationaler Ebene.

Letzte Änderung 05/12/2012

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