Größte Hubbrücke Europas jetzt in Bordeaux [fr]

(c) Mairie de Bordeaux, Thomas Sanson - JPEG Die größte Hubbrücke Europas, deren Mittelteil um 53m angehoben werden kann, steht jetzt in Bordeaux. Die nach dem ehemaligen Bürgermeister der Stadt benannte Jacques-Chaban-Delmas Brücke über die Garonne, die die östlichen und westlichen Stadtteile von Bordeaux verbindet, soll die Verkehrssituation im Stadtbereich nachhaltig verbessern. Die Brücke wurde in der Rekordzeit von drei Jahren gebaut. Von der öffentlichen Anhörung und Bauentscheidung 2007 vergingen so insgesamt nur fünfeinhalb Jahre.

Bei der Einweihung der Brücke am 16. März 2013 unterstrich der französische Staatspräsident François Hollande in Anwesenheit des Bürgermeisters der Stadt und ehemaligen Premierministers Alain Juppé die technische Meisterleistung der Konstrukteure und würdigte die Rolle der Gebietskörperschaften bei der Realisierung dieses Projekts.

Die Jacques-Chaban-Delmas-Brücke wird die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Bordeaux weiter stärken. Die Stadt, deren Zentrum seit 2007 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, ist auch eine große und wichtige Hafenstadt, die unter anderem von der Entwicklung der Kreuzfahrtbranche profitiert. 2013 sollen mehr als 40 Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Bordeaux anlegen, so der Staatspräsident.

Eine technologische Meisterleistung

Die Jacques-Chaban-Delmas-Hubbrücke geht als ein technologisches Meisterwerk in die Geschichte ein. Das 117 Meter lange Mittelstück kann in nur 11 Sekunden auf 53 Meter über dem Meeresspiegel gehoben werden. So können hohe Dreimaster ebenso wie große Passagierschiffe und Frachter die Garonne passieren. Dies bewies am Tag der Eröffnung besonders eindrucksvoll eine Schiffsparade, die vom ältesten französischen und dem ältesten noch verkehrstüchtigen Dreimaster Europas, der Belem, angeführt wurde.

Der Namensgeber

Die Hubbrücke wurde nach dem Mann benannt, der 50 Jahre lang Bürgermeister der Stadt Bordeaux war und die Stadt in dieser Zeit entscheidend modernisierte. In seinem Amt als Premierminister zwischen 1969 und 1972 schlug Jacques Chaban-Delmas Frankreich eine „neue Gesellschaft“ vor. Mit dieser Brücke, die für Öffnung und Modernität steht, wird ihm posthum ein Denkmal gesetzt. Die Brücke erinnert so an jenen Mann, den der Staatspräsident als „jüngsten General der französischen Streitkräfte, großen Widerstandskämpfer und Befreier von Paris“ sowie als „ewigen Präsidenten der Nationalversammlung“ bezeichnet hat. Drei Amtszeiten und insgesamt 16 Jahre lang saß Jacques Chaban-Delmas der Versammlung vor.

Erfolg der Dezentralisierungspolitik

Die Brücke steht aber auch für den Erfolg der Dezentralisierungspolitik, die François Mitterrand in seinem Amt als Staatspräsident 1982 initiierte. Die Baukosten in Höhe von 156 Millionen Euro wurden zu zwei Dritteln (105 Millionen €) von dem Stadtverbund Bordeaux und mit der Beteiligung des Staates (18 Millionen), des Departements Gironde (18 Millionen), und der Region Aquitaine (15 Millionen) finanziert. Die Antriebskraft der Gebietskörperschaften bei dem Ausbau der Verkehrsinfrastrukturen gelte es zu nutzen, so Staatspräsident Hollande, der in diesem Zusammenhang zu weiteren Schritten bei der Dezentralisierung aufrief.

(c) Mairie de Bordeaux, Thomas Sanson

©Mairie de Bordeaux - Thomas Sanson

Letzte Änderung 22/03/2013

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