Hochgeschwindigkeitszüge aus Frankreich – Innovationen für die Zukunft [fr]

JPEG In Frankreich und in der ganzen Welt ist im öffentlichen Personenlandverkehr eine dynamische Entwicklung zu beobachten: Grenzüberschreitende Hochgeschwindigkeitszüge, Straßenbahnen und Regionalzüge liegen voll im Trend. In diesem günstigen Umfeld wird Innovation groß geschrieben, und die Gruppe Alstom bildet hier die die Speerspitze des weltweit anerkannten französischen Innovations-Know-How in diesem Bereich.

Alstom hat gerade erst den AGV-Zug (Automotrice à grande vitesse - Hochgeschwindigkeits-Triebwagen) auf den Markt gebracht, und arbeitet bereits an einem neuen Modell des Hochgeschwindigkeitszugs. Bisher hat dieses Projekt noch keinen Namen, doch kursiert in der Presse die Bezeichnung AGVII. Desgleichen weiß man bereits, dass dieser Schnellzug eine Geschwindigkeit von 400 km/Std. erreicht und in verschiedenen Varianten - d.h. für den Personenverkehr mit ein- oder doppelstöckigen (Duplex) Mittelwagen sowie für den Frachtverkehr auf den Markt kommen soll. Der weltweite Marktführer für Hoch- und Höchstgeschwindigkeitszüge arbeitet unerlässlich an kreativen Innovationen, die in diesem von scharfem Wettbewerb gekennzeichneten Markt unabdingbar sind. „Wir investieren tagtäglich 800 000 Euro intern und extern in den Bereich Forschung und Entwicklung, der bei uns zu 80% in Frankreich angesiedelt ist", unterstreicht Jérôme Wallut, Generaldirektor von Alstom Transport Frankreich. „In unserem Sektor gilt: wer keinen Schritt nach vorne macht, macht Rückschritte! Wenn wir weiterhin die Speerspitze im Export bleiben wollen, ist Innovation der einzige denkbare Weg."

Russland, Brasilien und die Vereinigten Staaten, um nur diese Länder zu nennen, haben die Entwicklungsprojekte der Gruppe scharf im Auge. Der neue AGV wird deutlich mehr Passagiere transportieren und damit die Funktionskosten senken können. Der Preis des Erfolgs: Einige Strecken sind überlastet und da man Züge nicht unendlich verlängern kann (die maximale Länge beträgt 202 Meter - sonst reichen die Infrastrukturen nicht aus, was insbesondere für die ausreichende Länge der Bahnsteige gilt), muss man also an der Erhöhung der Transportkapazität bei gleichzeitiger Fortschreibung des Komforts arbeiten. Dies wiederum erfordert eine Verbesserung der technischen Merkmale, um Raum für die Reisenden zu schaffen.

Festzuhalten ist im Übrigen, dass der neue Schnellzug voll interoperabel ist. Der Begriff „Interoperabilität“ bezeichnet eine der wichtigsten Entwicklungen im Schienentransport, nämlich die internationale Langstreckenverbindung, was auch durch die kürzlich erfolgte Einweihung der Linie Frankfurt/Marseille symbolisiert wird, die nunmehr die beiden Städte in 7 Zugstunden miteinander verbindet - und bald sollen andere Zielbahnhöfe in ganz Europa folgen. Grenzen wegdenken und TGVs anbieten, die dank Mehrfachsystemausrüstungen mit den verschiedenen Stromeinspeisungs-, Signalisierungs- und Sicherheitssystemen kompatibel sind - das ist eine Spezialität von Alstom.

Eine weitere Entwicklung in diesem Sektor ist in dem Markteintritt privatwirtschaftlicher Betreiber zu sehen. „Für uns ist dies ist ein Zeichen dafür, dass der europäische Hochgeschwindigkeits-Verkehr weiter wachsen wird,“ meint Jérôme Wallut. „Er bietet das beste Preis-Qualitäts-Verhältnis in Bezug auf die nachhaltige Entwicklung und sowohl Brüssel als auch die einzelstaatlichen Regierungen fördern den Ausbau der Infrastrukturen“. Der größte italienische privatwirtschaftliche Betreiber NTV hat sich den AGV gesichert, und in England hat sich die Gruppe Virgin für den Hochgeschwindigkeitszug Pendolino entschieden, der über ein System verfügt, mit dem der TGV sich in Kurven neigen und so auf Standard-Gleiswerken mit einer Geschwindigkeit von 250 km/Std. fahren kann.

Ein anderer wichtiger Trend: "die Alltags-Züge", wie der Vorstandsvorsitzende der SNCF Guillaume Pepy die Regionalzüge kürzlich nannte. Die französischen Regionalzüge fahren auf den Gleisen Deutschlands, Spaniens, Italiens, Schwedens, Grossbritanniens und Australiens. Und auch in Frankreich ist der Regionalschienentransport in voller Expansion. Alstom befindet sich in der Endphase der Herstellung des einstöckigen Regionalzug "Regiolis", für den die französischen Regionen einen Großauftrag vergeben haben. Die Gruppe arbeitet an der Verbesserung des Komforts der Sitzplätze, optimiert Beleuchtung, Klimaanlage, Bordservice, und verbessert die Fahrgastinformation sowie die Akustik (Geräuschminderung) - denn sie ist sich bewusst, dass die Konkurrenz weniger bei den anderen Zugherstellern zu suchen ist, als beim Automobil und dem Flugzeug!

Im Übrigen bemüht sich die Gruppe um die Konzeption von leicht zu wartenden Zügen, die niedrige Wartungskosten erfordern, da sie dem geflügelten Wort unter den Schienenverkehrsbetreibern „für den Zug zahlt man doppelt“ Lüge strafen will. Gleichzeitig zielt sie bereits beim Design darauf ab, umweltfreundliche Züge anzubieten, die über ein System der Bremsenergie-Rückgewinnung verfügen.

Was den städtischen Personenverkehr angeht sind die Metro- bzw. U-Bahn-Systeme von Alstom ein wenig überall in Betrieb: Singapur, Shanghai, Sao Paulo. Und die Straßenbahnen von Alstom findet man sowohl in Irland, als auch in Nordafrika. Die Gruppe hat bereits über 1700 Citadis-Strassenbahnen verkauft - davon die Hälfte im Export, und kürzlich präsentierte Alstom den Citadis in Moskau und organisierte dort Testfahrten: Hier winkt ein Vertrag über mehrere Hunderte von Straßenbahnen. Französische Technologie und Design überzeugen und wer sichtbare Oberleitungen nicht ästethisch genug findet, dürfte sich über eine technologische Neuerung freuen: APS - alimentation par le sol (d.h. eine zwischen den Schienen bodenverlegte Stromschiene)

Die Straßenbahnen passen sich mit kompakteren Strukturen auch kleineren Städten an, was die Reduzierung der Kosten von Infrastrukturen, Bahnsteigen, Lagern ....ermöglicht. Eine weitere Entwicklungsschiene besteht in der Entwicklung von treppenlosen öffentlichen Personenverkehrsmittelsystemen. „Städte, Regionen, Staaten vertrauen uns ihre öffentlichen Mittel an - und wir sind verpflichtet, diese Mittel optimal und gut einzusetzen.“ unterstreicht Jérôme Wallut, „Denn wir liefern mehr als nur einen Zug. Wir bieten der Öffentlichkeit einen Dienst. Folglich messen wir insbesondere unserer Einstellungspolitik, der Entwicklung und der Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter große Bedeutung bei. Die Exzellenz der französischen Schienenwirtschaft ist das Ergebnis von Kompetenzen, Ingenieuren, und partnerschaftlich mit uns zusammenarbeitenden Laboren und Universitäten“.

Sylvie Thomas

Letzte Änderung 26/06/2012

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