Home: ein Film über den Zustand der Erde

JPEG Am 5. Juni, anlässlich des von den Vereinten Nationen ausgerufenen Weltumwelttages, können alle Bürger der Erde „Home“, den jüngsten Film von Yann Arthus-Bertrand, sehen. Der französische Fotograf, der sich insbesondere durch seine Aufnahmen von der Erde aus der Vogelperspektive einen Namen gemacht hat, möchte mit seinem Dokumentarfilm die Öffentlichkeit vor den bevorstehenden Umweltkatastrophen warnen. Der kostenlos bereitgestellte Film wird in rund hundert Ländern gleichzeitig im Internet, Kino und Fernsehen ausgestrahlt und ist darüber hinaus als DVD erhältlich ...

„Home“ soll möglichst viele Menschen erreichen, um die breite Öffentlichkeit für den Zustand der Erde zu sensibilisieren und die Bewohner unseres Planeten dazu zu bewegen, ihre Lebensweise zu ändern, indem sie ein umweltbewussteres Verhalten an den Tag legen. Jeder – unabhängig von Einkommen und Ort – soll diesen Film sehen. Am 5. Juni 2009 wird „Home“ gleichzeitig in rund hundert Ländern, im Kino, Fernsehen und Internet ausgestrahlt und ist darüber hinaus als DVD erhältlich. Kinos zeigen den Film zum Selbstkostenpreis. In Paris wird „Home“ in der Nähe des Eiffelturms, auf dem Champ de Mars, in Anwesenheit des Regisseurs und Produzenten auf einem Riesenbildschirm unter freiem Himmel gezeigt. Auch an anderen renommierten Orten wie im Central Park in New York oder im Boston Institut of Contemporary Art (USA), in London und Bristol (Vereinigtes Königreich), in Barcelona (Spanien), in Athen (Griechenland) oder Montréal (Kanada) soll der Film unter ähnlichen Bedingungen dem Publikum vorgestellt werden. Am selben Tag werden Videoträger zu Lehrzwecken für Schulen und Vereine zum Selbstkostenpreis verkauft. Im Internet kann der Film kostenlos runtergeladen oder per Streaming gesehen werden: YouTube hat für den Film eine spezielle Seite eingerichtet. Im französischen Fernsehen widmet der öffentliche TV-Sender France 2 „Home“ einen ganzen Abend: Der Ausstrahlung schließen sich politische Debatten an. In den arabischen Ländern wird der Film über den Kanal Al Jazirah ausgestrahlt. Diese kostenlose „Multi-Ausstrahlung“ eines derart ambitiösen Dokumentarfilms ist einzigartig und bereits jetzt schon ein Ereignis mit weltweiter Ausstrahlung. Luc Besson, der über seine Produktionsgesellschaft EuropaCorp zusammen mit Elzevir den Film koproduziert hat, ist für den Vertrieb zuständig. Letzterer sieht den Gewinn des Films in einer möglichst großen Zuschauerzahl. Für ihn und Yann Arthus-Bertrand liegt der Erfolg in der durch „Home“ ausgelösten weltweiten Resonanz und eventuellen Bewusstwerdung.

Das gigantische Projekt, ein Langfilm, der rund zwei Jahre Dreharbeiten in über 54 Ländern erfordert hat, wurde von der Gruppe Printemps-Pinault-Redoute (PPR) mit 10 Millionen Euro finanziert. Ein ungewöhnlich hohes Budget für einen Dokumentarfilm, an dem zudem viele Menschen unentgeltlich mitgewirkt haben. In vielen Filialen des Luxuskonzerns werden Marketingaktionen durchgeführt, um die Vermittlung der Botschaft des Films zu fördern. So wird der bekannte Juwelier Boucheron diese Filmvorführung mit der Kreation eines Schmuckstücks, dem „Magnetic Quatre“ begleiten, das vom 6. bis zum 13. Juni auf der Website www.ebay.fr ersteigert werden kann. Der aus dem Verkauf eingenommene Gewinn geht voll und ganz an den Verein Initiative for Responsible Mining Assurance, der sich für die Kontrolle von verantwortlicheren Praktiken beim Abbau von Gold und anderen Metallen einsetzt. In Frankreich hat die Fnac, eine zu PPR gehörende Handelskette, die sich auf den Vertrieb von Unterhaltungsprodukten wie Büchern, DVDs u. ä. spezialisiert hat, sich verpflichtet, über verschiedene Events möglichst viele Menschen zu sensibilisieren. „Home“ wurde an Bord eines Hubschraubers mit einer „Cineflex“-HD-Kamera gefilmt, was den Aufnahmen eine große Stabilität und Fluidität verleiht. Die CO2-Emissionen, die durch den Treibstoffverbrauch der für die Produktion benutzten Flugzeuge, Hubschrauber und Fahrzeuge entstanden sind, wurden durch die Unterstützung von Projekten im Bereich der nachhaltigen Entwicklung, vor allem in Indien, kompensiert.

Yann Arthus-Bertrand möchte die Bewohner unserer Erde aufrütteln und Immobilismus und schönen Reden ein Ende setzen. „Es ist zu spät, um pessimistisch zu bleiben. Gemeinsam können wir noch etwas tun“, erklärt er in einer bis jetzt in 23 Sprachen übersetzten Botschaft. Weitere alarmierende Fakten über den Zustand der Ressourcen unseres Planeten werden von Glenn Close, in der englischen Fassung, von Salma Hayek, in der spanischen Fassung, und Jacques Gamblin, in der französischen Fassung, gegeben. Um die Glaubwürdigkeit dieser Kommentare zu unterstreichen, werden sie vorab von Al Gore, Friedensnobelpreisträger 2007, und Lester Brown, dem berühmten amerikanischen Umweltschützer, gelesen. Diese Umweltexperten belegen ferner gewisse Fakten mit Zahlen: „Wichtig sind nicht die 50 % der Wälder, die verschwunden sind, sondern die 50 %, die bleiben. Wichtig ist, dass wir sechs Milliarden intelligenter Menschen sind, die handeln können. Dieser Film soll es ermöglichen zu verstehen, dass wir alle Verantwortung tragen und dass jeder Einzelne auf seiner Ebene handeln kann“, legt Yann Arthus-Bertrand eindringlich dar. Über diesen engagierten Diskurs hinaus ist der Film ein grandioses kinematografisches Werk. Selbst wenn die Übertragungsgeschwindigkeit mancher Internet-Netze nicht immer ausreichen mag, und der Film unterbrochen oder verlangsamt wird, so ist „Home“ doch so schön, dass selbst eine „Bild-für-Bild- Betrachtung“ eine wahre Freude ist!

Anne-Laure Bell

www.home-2009.com

Letzte Änderung 25/04/2012

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