Honoré Daumier in der Münchener Pinakothek der Moderne [fr]

(c) Pinakothek der Moderne, München - JPEG Deutsche und Franzosen lachen gerne über ihre Politiker – besonders über politische Karikaturen. In einer Zeit, in der es die Printmedien schwer haben, Karikaturen jedoch frei und unzensiert veröffentlicht werden können, gibt die Münchener Pinakothek der Moderne in einer Ausstellung über den Karikaturisten Honoré Daumier vom 6. Dezember 2012 bis zum 17. Februar 2013 einen Einblick in die Ursprünge dieser künstlerischen Form des politischen Kommentars.

Karikaturen wurden lange Zeit als minderwertiges Genre betrachtet, das seinen Durchbruch im 19. Jahrhundert mit dem Emporkommen der geschriebenen Presse erlebte. Die Ausstellung der Werke von Honoré Daumier bezeugt, dass die Karikatur eine eigenständige Kunstform ist, die mit überspitzten Zeichnungen heikle Themen verarbeitet. Dem Karikaturisten Honoré Daumier (1808-1879) brachten seine Karikaturen schnellen Erfolg, aber auch zuweilen Gefängnisaufenthalte ein: Als er 1836 König Louis Philippe als gefräßigen Riesen karikierte, der sich auf seinem Thron sitzend an dem Geld des armen Volkes labt, musste er für sechs Monate ins Pariser Gefängnis Sainte Pélagie.

Besondere Berühmtheit erfuhr Honoré Daumier mit seinen sozialsatirischen Zeichnungen im einflussreichen Politikjournal Charivari. Als wichtiger Zeitzeuge hinterlässt er verschiedene Serien über die politischen Ereignisse seiner Zeit. Mit wachsenden Zwängen durch eine fortschreitende Zensur richtete Daumier seinen Blick zunehmend auf gesellschaftliche Sitten, die er auf brillante Weise satirisch verarbeitete. Er arbeitete mit dem großen Schriftsteller Honoré de Balzac zusammen, dessen ausufernde Phantasie er zeichnerisch umsetzte. So illustrierte Honoré Daumier Balzacs Meisterwerk Die menschliche Kömodie, eine enzyklopädische und romanhafte Studie der französischen Gesellschaft im 19. Jahrhundert.

Erst 1848 nach dem Fall der Monarchie kehrte Daumier zur politischen Karikatur zurück. Die Pinakothek der Moderne zeigt einen Großteil seiner Lithographien, obwohl sich der Künstler darüber hinaus auch mit Skulpturen verdient gemacht hat. Der Botschafter der Französischen Republik in Deutschland, Maurice Gourdault-Montagne, wird die Ausstellung am 5. Dezember 2012 in München eröffnen.

Mehr zur Ausstellung:

- www.museen-in-muenchen.de
- www.pinakothek.de

Letzte Änderung 30/11/2012

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