IRENA – ein Weltprojekt zur Förderung erneuerbarer Energien

Hélène Pelosse, Directrice générale de l'IRENA - GIFDen Übergang von Erdöl, Erdgas oder Kohle zu Wind-, Sonnen oder Wasserkraft zu fördern, um den Klimawandel zu bekämpfen, den allgemeinen Zugang zu Energie zu entwickeln und die Armut zu bekämpfen, all dies sind die Ziele der frisch gegründeten Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (International Renewable Energy Agency/IRENA). Eine Herausforderung, der sich innerhalb dieser Organisation 136 Länder aus der ganzen Welt gemeinsam stellen wollen.

„IRENA ein Weltprojekt, in der sich alle Länder für ein gemeinsames Ziel einsetzen: den Übergang zu sauberer Energie“, fasst die französische Interims-Generaldirektorin Hélène Pelosse zusammen. Die am 29. Juni in Sharm el Sheikh (Ägypten) ins Leben gerufene Agentur war am 26. Januar dieses Jahres in Bonn (Deutschland) offiziell von 136 Unterzeichnerländern gegründet worden, um sich gemeinsam für die schnelle Entwicklung dauerhafter Energien einzusetzen.

Eine radikale Kehrtwende

„Blickt man auf die Vergangenheit zurück, so wird der Energiesektor vor allem von Konflikten bestimmt: Das Erdöl hat zu mörderischen Kriegen geführt, was die Nuklearenergie anbelangt, so divergieren die Ansichten ... Mit IRENA wird zum ersten Mal ein derartiger Konsens in diesem Bereich erzielt“, analysiert Hélène Pelosse, ehemalige Stellvertretende Direktorin im Büro des französischen Ministers für Ökologie, Energie, Nachhaltige Entwicklung und das Meer, die im Übrigen an den Verhandlungen des Energie-Klima-Pakets während des französischen EU-Vorsitzes beteiligt war. Wenn sich die erneuerbaren Energien verbünden, so wäre dies, „die richtige Antwort, um den Klimawandel zu bekämpfen“ und „die einzige unerschöpfliche Energiequelle, um den Bedarf der 10 Milliarden Menschen, die im Jahr 2050 die Erde bevölkern werden, zu decken.

Informieren und unterstützen

Die IRENA, die ihren Hauptsitz derzeit in Abu Dhabi (Vereinigte Emirate) hat, soll dafür sorgen, dass Kenntnisse und Technologien zusammengeführt werden, um jedem Land die Mittel zu geben, sein Potenzial an erneuerbaren Energien (Windkraft Sonnenwärme und Fotovoltaik, Biomasse, Geothermie, Wasserkraft) zu nutzen, es ermöglichen Hindernisse (technische, vorschriftsmäßige, finanzielle, soziokulturelle ... ) zu überwinden, die der Entwicklung, Verbreitung und guten Praktiken im Wege stehen. Der Agentur müsste zu diesem Zweck ein Budget im Umfang von rund 20 Millionen Dollar zur Verfügung stehen. Diese Mittel müssten dann über einen Fonds aufgestockt werden, der "von freiwilligen Beiträgen der Regierungen und des Privatsektors gespeist wird, um Projekte in den Entwicklungsländern zu finanzieren", erläutert Hélène Pelosse.

Die IRENA-Mitgliedstaaten sind aufgerufen, im Januar 2010 zusammenzukommen, um die großen Richtungen festzulegen. Der Gründungsvertrag der IRENA soll, nach seiner Ratifizierung durch 25 Länder, Ende 2010 in Kraft treten: „Forschungszentren vernetzen und eine weltweite Datenbank schaffen, die es jedem Land ermöglicht, die ihm zu Verfügung stehenden Ressourcen zu kennen; neue Produkte erfinden, die auch den Ärmsten den Zugang zur Sonnentechnologie ermöglicht; exemplarische Kooperationsprojekte finanzieren und dem bestehenden immensen Informationsbedarf gerecht werden“, dies alles sind Ansätze, die laut der Generaldirektorin zu den konkreten Prioritäten der INRENA gehören, die den Übergang zu erneuerbaren Energien gewährleisten sollen. Ein Übergang, der in ihren Augen eine „kopernische“ Revolution darstellt. In der Tat, so Hélène Pelosse, „haben wir bislang mit einem zentralisierten Energiesystem gelebt und gehen jetzt zu einem dezentralisierten System über, in dem jedes Gebäude, jedes Haus seine eigene Energie erzeugen kann. Wir sind ein starres, nicht kommunizierendes Stromnetz gewöhnt, das in ein flexibles und intelligentes Energienetzwerk umgewandelt werden muss. Bisher ging man davon aus, dass Energie nicht gespeichert werden kann, morgen werden wir die Speicherkapazitäten der Batterien von Millionen von Fahrzeugen nutzen … Dies ist eine wahre Revolution.“

Florence Raynal

Letzte Änderung 25/04/2012

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