Innenminister Valls kündigt Vereinfachung der Einbürgerungmodalitäten an [fr]

(c) Ministère de l'intérieur - JPEGBei einer Einbürgerungsfeier am 18. Oktober 2012 in Toulouse (Foto) kündigte Innenminister Manuel Valls eine Vereinfachung der Einbürgerungskriterien an.

Die Zahl der Einbürgerungen ist zwischen 2010 und 2011 um 30 % gesunken.

Die französische Regierung beabsichtigt insofern, die geltende Einbürgerungspolitik zu lockern.

In diesem Sinne wandte sich Innenminister Manuel Valls Mitte Oktober 2012 in einem Runderlass an alle französischen Präfekte.

Darin werden die Behörden angehalten, bei der Bearbeitung von Einbürgerungsanträgen den fehlenden Nachweis eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses nicht mehr als Grund zur Ablehnung des Antrags zu betrachten. Auch das Potential junger Hochschulabsolventen soll künftig berücksichtigt werden. Ferner soll stärker von der Integrationsfähigkeit von Jugendlichen, die einen Großteil ihrer Schulbildung in Frankreich absolviert haben, ausgegangen werden. Bis jetzt wurden bis zu 40 % der Anträge aufgrund eines fehlenden unbefristeten Arbeitsverhältnisses abgelehnt.

In einem weiteren Runderlass wird die Vorgehensweise in Verbindung mit der „Charta der Rechte und Pflichten des französischen Bürgers“, die jeder Antragsteller unterschreiben soll, genauer beschrieben. So ist das Bekenntnis zu den Werten der Französischen Republik – Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – sowie zu den Grundsätzen des Laizismus und der Solidarität nach wie vor ebenso unerlässlich wie die Beherrschung der französischen Sprache (etwa das Niveau der Mittleren Reife). Dafür wird die Verwendung von Multiple-Choice-Fragebögen – einer geltenden Maßnahme, die jedoch nie zur Anwendung kam – ganz eingestellt.

Anfang 2013 sollen die Einbürgerungskriterien und ihre Anwendungsbedingungen neu definiert werden.

Letzte Änderung 22/10/2012

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