Internationale Landwirtschaftsausstellung mit starkem französischen Akzent [fr]

JPEG Kühe, Schafe und regionale Erzeugnisse… Wie jedes Jahr findet die internationale Landwirtschaftsmesse im Messezentrum Porte de Versailles statt. Für das 50. Jubiläum dieser vom 23. Februar bis zum 3. März stattfindenden Messe haben sich die Veranstalter dieser größten französischen Landwirtschaftsmesse etwas ganz Besonderes einfallen lassen.

Im europäischen Vergleich liegt Frankreich bei der Agrarproduktion auf dem ersten Platz. Des Weiteren hat das Land die größte landwirtschaftlich genutzte Fläche. Auf der internationalen Landwirtschaftsmesse, bei der der französischen Landwirtschaft selbstverständlich eine herausragende Stellung eingeräumt wird, sind insgesamt 22 Länder vertreten.

Der gute Ruf der französischen Landwirtschaft liegt auch in ihrer Artenvielfalt begründet. Bekannt ist vor allem das Charolais-Rind, das sein weltweites Ansehen seinem außerordentlichen Erfolg bei Verbrauchern und Züchtern verdankt. Das Charolais-Rind ist mit allein ca. 1.835.000 Mutterkühen in Frankreich die am weitesten verbreitete Fleischrasse in Europa. Insgesamt werden bei dieser Messe mehr als 3.000 Tiere präsentiert. Dies erfordert von den Veranstaltern sehr große logistische Anstrengungen. „Unser Ziel ist es, auf der Messe die gleichen Anlagen nachzubilden und den Tieren die gleiche Pflege zukommen zu lassen wie in einem modernen Betrieb. Dies erfordert im Vergleich zu anderen Messen einen enormen logistischen Aufwand“, erklärt die Messedirektorin Juana Moreno.

Events und heimliche Stars der Messe

Wie jedes Jahr werden die schönsten Tiere gebührend gewürdigt. Hervorzuheben sind bei dieser 50. Landwirtschaftsmesse insbesondere Rubens de Colombier, ein prächtiger, acht Jahre alter provenzalischer Esel, oder auch Douce, eine Ziege einer alpinen Rasse, die als Krönung dieser Ziegenrasse gilt.

Beim großen Agrarwettbewerb, den die Messedirektorin „DNS der Messe“ nennt, kommen alle Produkte und Tierarten zur Geltung. Ziel dieses Wettbewerbs ist es, die besten regionalen Erzeugnisse Frankreichs sowie die besten Tiere auszuzeichnen. Dieses Jahr präsentieren sich ca. 1.700 Züchter, 16.000 Weine und 4.000 weitere Produkte wie Käse, Konfitüre oder Fleisch im Wettbewerb.

Zum 50. Messejubiläum warten die Veranstalter mit einem neuen, veränderten Konzept auf. So wurde in einer Halle beispielsweise ein Gourmettempel errichtet, in dem man die Vielfalt der regionalen französischen Erzeugnisse entdecken kann. Die Gastronomie der Region Elsass wird beispielsweise durch Kochshows von Daniel Zenner in Szene gesetzt. Flammenkuchen, Munsterkäse und elsässisches Bier dürften dem Besucher nicht ganz unbekannt sein.

Die Marke Saveurs Île-de-France widmet sich dem Genuss und der Entdeckung von Erzeugnissen der Île-de-France und stellt über 100 Produkte dieser Region vor: von Champignons mit Pfefferminze aus Milly, über Senf aus Meaux bis hin zum Cidre aus Brie. Hersteller aus dem Limousin präsentieren sich mit insgesamt 10 Ständen auf den Gängen der Messe, um ihr Amberbier, den Strohwein von Jean Mage, oder auch die Esskastanien des Atelier de la Châtaigne herauszustellen.

Geschmäcker und Traditionen stehen auch im Mittelpunkt eines großen ländlichen Abendessens, das die Messeveranstalter für den 1. März vorgesehen haben. Als Erkennungszeichen der französischen Landwirtschaft muss dabei jeder Gast einen Strohhut tragen. Diese Mahlzeit steht unter dem Motto der nachhaltigen Entwicklung und des Umweltschutzes.

Eine klare Exportorientierung

Die Messe bietet einigen weniger bekannten Ausstellern die Möglichkeit, ihr Know-how zu präsentieren. Dies ist insbesondere bei der Bioethanolbranche der Fall, die mit ihrem „social game Better City“ den Bekanntheitsgrad des Zuckerrübenanbaus steigern will. «In Frankreich gibt es 26.000 Zuckerrübenanbauer und der Umsatz beträgt ca. eine Milliarde Euro“, erklärt die Sprecherin der Branche Carine Abécassis.

„Die Landwirtschaft erfreut sich eindeutig eines großen Interesses“, versicherte der französische Minister für Land-, Ernährungs- und Forstwirtschaft, Stéphane Le Foll, bei der Pressekonferenz anlässlich der Vorstellung der Messe im Januar. Dieses Interesse wächst mit den Exporterfolgen der Branche. Den Zahlen des nationalen Statistikamts Frankreichs (INSEE) zufolge betrug der Außenhandelsüberschuss bei Nahrungsmitteln 2011 (letzte veröffentlichte Zahlen) 11,1 Milliarden Euro: 4,6 Milliarden davon bei landwirtschaftlichen Rohprodukten und 6,5 Milliarden bei verarbeiteten Erzeugnissen. Im Handel mit der Europäischen Union ebenso wie mit Drittländern, insbesondere Algerien und China, steigt der Überschuss. Also ein deutliches Zeichen für die Landwirtschaft – eine Branche mit Zukunft!

Barbara Leblanc

Letzte Änderung 22/02/2013

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