Internationale Konferenz zum Schutz von Kulturgütern vor Terror und Krieg [fr]

Auf Betreiben Frankreichs und der Vereinigten Arabischen Emirate fand am 2. und 3. Dezember 2016 in Abu Dhabi eine internationale Konferenz zum Schutz von Kulturgütern statt, die durch Terrorismus und militärische Konflikte gefährdet sind. Ziel der Zusammenkunft war es auch, den militärischen und politischen Kampf gegen den Terrorismus durch eine kulturelle Komponente zu ergänzen.

Die vor drei Jahren beschlossene französisch-emiratische Initiative zur Organisation dieser Konferenz war eine erste Antwort auf die um sich greifenden Zerstörungen und Plünderungen von Stätten des Weltkulturerbes in Afghanistan, Syrien, im Irak oder auch in Mali.

Unter dem Vorsitz von Staatspräsident François Hollande, der von Außenminister Jean-Marc Ayrault auf seiner Reise begleitet wurde, und dem Thronfolger Scheich Mohamed bin Zayed beschlossen die Vertreter der 40 teilnehmenden Staaten:

-  Den Aufbau eines Fonds zur Finanzierung der Rettung und des Schutzes von gefährdeten Kulturgütern, die durch den Terrorismus und Bürgerkriege bedroht sind. Dieser soll auch helfen, die schon bestehenden Strukturen zum Schutz dieser Güter besser zu vernetzen. Frankreich wird sich an dem Fonds, der 100 Mio. € bei staatlichen und privaten Institutionen mobilisieren soll, mit 30 Mio. € beteiligen.

-  Die Schaffung von Schutzräumen in anderen Staaten außerhalb der Konfliktgebiete zur zeitweisen Unterbringung gefährdeten Kulturgutes.

-  Eine politische Willenserklärung, die die Verabschiedung einer Rahmenkonvention zum Schutz von Kulturgut im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen im nächsten Jahr zum Ziel hat.

In der Logik des Museums Louvre Abu Dhabi

Die internationale Konferenz in Abu Dhabi war auch eine logische Fortführung der kulturellen Zusammenarbeit Frankreichs mit den VAR, die 2017 mit der Eröffnung des Louvre Abu Dhabi einen neuen Höhepunkt erfährt.

Das 2006 unter der Präsidentschaft von Jacques Chirac beschlossene und vom Architekten Jean Nouvel entworfene Museum ist mit seinem universalistischen Kulturanspruch das erste seiner Art in der arabischen Welt. Es ist dabei auch ein Ausrufezeichen beider Länder bei der Bekämpfung von Extremismus und Obskurantismus angesichts der Krisen im Nahen Osten und des Aufkommens von identitären Bewegungen in den westlichen Gesellschaften.

Letzte Änderung 09/02/2017

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