Jean-Paul Belmondo wird 80! [fr]

Die Kinowelt feierte am 9.April 2013 den 80. Geburtstag des großen, in Frankreich unter dem Spitznamen „Bébel“ bekannten Schauspielers Jean-Paul Belmondo.

„Mit Ihrem Aussehen werden Sie es in diesem Beruf nie weit bringen!“ Mit dieser Vorhersage lag der Dekan der Comédie Française weit daneben. Denn gerade sein atypisches Aussehen, der flinke und durch jahrelanges Boxtraining muskulöse Körper und dieses besondere, ewig sonnengebräunte Gesicht machten Belmondo weltweit berühmt.
Unzählige hochkarätige Schauspielerinnen fielen seinem umwerfenden Charme auf der Leinwand zum Opfer: Catherine Deneuve, Sophia Loren, Françoise Dorléac oder auch Claudia Cardinale. „Bébel“ begeisterte die Massen in abenteuerlichen Komödien, die sich durch seinen ganz persönlichen Stil auszeichneten. Er kämpfte sich von Abenteuer zu Abenteuer rund um den Globus, drehte alle Stunts selbst und verteilte Faustschläge in seiner Rolle als energischer, ein wenig machohafter und rauflustiger Franzose, wie z.B. in Abenteuer in Rio (1964), Die tollen Abenteuer des Monsieur L. (1965), Das Superhirn (1969), Le magnifique (1973) oder Das As der Asse (1982).

Neben seinem immensen Erfolg beim Publikum, der ihn neben Louis de Funès und Alain Delon mit 130 Millionen Zuschauern in 50 Jahren Karriere an die Spitze der meistbesuchten Filme des französischen Kinos katapultierte, schrieb Jean-Paul Belmondo als Personifizierung der Nouvelle Vague Kinogeschichte. So spielte er die Hauptrolle in zwei der wichtigsten Filme Jean-Luc Godards, Außer Atem (1969), an der Seite von Jean Seberg, und Elf Uhr nachts. Anschließend erhielt er Anfragen der bekanntesten Regisseure wie Claude Chabrol, François Truffaut, Alain Resnais und Henri Verneuil.

Der Kinoheld hatte sich jedoch nicht von Beginn an der Filmkunst verschrieben. Belmondo träumte von einer Theaterkarriere. Ab Mitte der 80er Jahre hatte er auch hier mit Rollen wie Kean oder Cyrano de Bergerac großen Publikumserfolg. „Das Theater bleibt meine große Leidenschaft“, erklärte er. „Der Kontakt mit dem Publikum ist von unschätzbarem Wert.“ Doch heute wird Belmondo als Kinolegende gefeiert. „Godard hat mir beigebracht, das Kino zu lieben“, teilte er mit. Und dafür sind wir ihm sehr dankbar.

Die deutsche Presse würdigt „Bébel“!

Süddeutsche Zeitung,Verrückte Stunts mit Rimbaud:

- „Mit Außer Atem und Pierrot le fou hat das französische Kino uns existentielle Freiheit geschenkt. Der Star dieser Filme, Jean-Paul Belmondo, wird nun achtzig“.
-  „Er war die Unschuld in Person, damals in den Sechzigern. [...] Jean-Paul Belmondo war [...] der Held dieser Zeit“.

Die Welt, Der Mann, der sich holt, was er will :

- „Ein Star für Godard und für das Aktion-Kino: heute wird Jean-Paul Belmondo 80 Jahre alt“.
-  „Mit allen Heroen des Autorenfilms hat Belmondo gearbeitet“.

Der Tagesspiegel, Der Mann mit der richtigen Visage :

- „Als klassischer Held kam Belmondo mit seiner Visage nicht infrage. Außer Atem, der auf der Berlinale mit der Silbernen Bären für die beste Regie dekoriert wurde, machte ihn trotzdem zum Star“.
-  Godard hatte mit seinem ersten Langfilm die alten Regeln gebrochen, improvisiert und auf den Straßen statt in Studio gedreht. Er stieg zum Anführer der Kinorebellen auf. Und Belmondo, der verknautschte Vorstadtjunge, wurde zum Gesicht der Nouvelle Vague“.
-  „Belmondo, den die Franzosen ‚Bébel’ nennen, wird heute 80. Er ist längst ein Teil der Weltkulturerbes“.

Letzte Änderung 10/04/2013

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