Klima und Energie: Stabile Mehrheit für Kernenergie in Frankreich [fr]

JPEG 47 % der Franzosen stehen zur Kernenergie und sehen in ihr hauptsächlich Vorteile. Für 40 % der Befragten hat diese Art der Energieproduktion mehr Nachteile, so eine am 6. August 2013 im Auftrag des Generalkommissariats für nachhaltige Entwicklung (Commissariat général au développement durable) veröffentlichte Umfrage. 13 % äußern keine Meinung.

Damit hat sich das Meinungsbild seit der Jahrtausendwende kaum verschoben, wenn man plötzlich auftretende Ereignisse wie hohe Preissteigerungen für fossile Energieimporte oder etwa den AKW-Unfall in Fukushima herausrechnet. Anfang 2000 votierten 48 % für die Kernenergie und wie heute 40 % dagegen.

Besonders die über 60-Jährigen und Bürger mit einem Monatseinkommen von mehr als 3100 € befürworten mit Werten von über 60% die Kernenergie. Personen mit Einkünften unter 1500 € votieren mehrheitlich dagegen.

Die Hauptargumente für die Beibehaltung der Kernenergie sind bei den Befürwortern die Unabhängigkeit von den oft starken Preisschwankungen der importierten fossilen Energie (48%) und die niedrigeren Kosten pro Kilowattstunde für den Verbraucher (43%). Für die Kernkraftgegner spielen diese Argumente eine untergeordnete Rolle: Nur 32 % ziehen die energiepolitische Unabhängigkeit und 29 % geringere Energiekosten in Betracht.

Gegner und Befürworter sehen aber trotz ihrer unterschiedlichen Meinungen die Risiken der Atomenergie vor allem in einem Meiler-Unfall (64 %) und bei der bisher noch nicht gelösten Frage der Endlagerung radioaktiver Abfälle (62 %).

Größere Übereinstimmung gibt es bei der Einschätzung des Klimawandels. Für 61 % der Befragten ist der Klimawandel menschengemacht. Für 22 % ist dies nicht bewiesen und 13 % stellen den Klimawandel sogar insgesamt infrage. Die Zahl der „Klimaskeptiker“ ist somit mit 35 % relativ hoch, so die Autoren der Umfrage.

- Meinungsbarometer Energie und Klima in Vollversion (Frz.)

Letzte Änderung 13/08/2013

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