Klimaschutz : Frankreich schränkt Nachtbeleuchtungen ein [fr]

JPEG Im niedersächsischen Goslar oder im westfälischen Herford werden zur Schonung der Kommunalfinanzen nachts die Straßenlaternen abgeschaltet. Frankreich geht jetzt aus klimapolitischen Gründen bei der Nachtbeleuchtung noch einen Schritt weiter und wird zum Vorreiter in Europa.

Ab dem 1. Juli 2013 dürfen laut einer Verordnung des Ministeriums für Ökologie, nachhaltige Entwicklung und Energie vom 25.Januar 2013 ein Großteil der französischen Bahnhöfe, Kirchen, Kriegerdenkmäler, aber auch Bürotürme, Schaufenster sowie andere Gebäude, die nicht als Wohnraum dienen, von 1.00 Uhr bis 7.00 Uhr morgens nicht mehr beleuchtet werden. Für die Innenbeleuchtung von Gewerberäumen gilt das Lichtverbot schon ab eine Stunde nach Büroschluss. Bei Zuwiderhandlung wird ein Bußgeld von 750 € erhoben.

Ausgenommen von der Verordnung sind Straßenbeleuchtungen und Beleuchtungen, die der Sicherheit in Gebäuden dienen. Dazu wird es Ausnahmegenehmigungen geben, z.B. bei kulturellen Veranstaltungen oder bei der Weihnachtsbeleuchtung.

Für Leuchtschilder und -reklame gilt bereits seit Juli 2012 ein Leuchtverbot zwischen 1.00 Uhr und 6.00 Uhr morgens. Die Betroffenen haben für die Umstellung eine Frist von sechs Jahren.

Einsparpotentiale

Mit der neuen Regelung sollen zwei Terrawattstunden pro Jahr eingespart werden. Das entspricht nach Angaben der französischen Agentur für Umwelt und Energiewirtschaft dem Stromverbrauch von 750 000 Haushalten und mehr als doppelt so viel wie die Einsparungen durch die Zeitumstellung zwischen Sommer- und Winterzeit. Der geringere Verbrauch erlaubt außerdem eine Einsparung von 250.000 Tonnen CO2.

Die Maßnahme erlaubt zudem die Reduzierung der Lichtverschmutzung und der damit verbundenen Schlafstörungen und die Senkung der Stromkosten für Firmen und Gebietskörperschaften

Letzte Änderung 18/06/2013

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