Kohlebecken in Nord-Pas de Calais zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt [fr]

Wer hätte gedacht, dass das Bergbaugebiet in Nordfrankreich eines Tages zum Weltkulturerbe der UNESCO wird? Die Region Nord-Pas de Calais hat jedenfalls so richtig abgeräumt. Die UNESCO hat diese Industrielandschaft sowie ihr belgisches Pendant am 30. Juni 2012 in die Liste der Welterbestätten in der Kategorie „sich entwickelnde und lebendige Kulturlandschaften“ aufgenommen. Damit stehen jetzt 38 französische Denkmäler auf der Liste.

Eine seit zehn Jahren mit Leidenschaft vorangetriebene Bewerbung

10 Jahre lang setzten sich örtliche Vertreter, Architekten, Landschaftsplaner und Verantwortliche für kulturelle Angelegenheiten gemeinsam für die Anerkennung des kulturellen Interesses dieser Landschaft ein, die auf den ersten Blick vielleicht nicht ganz so attraktiv erscheint. Hübsche Dörfer? Nein, nur eine kilometerlange Bergarbeitersiedlung. Besinnliche Hügellandschaften? Auch nicht, nur Abraumhalden, Schuttberge, die beim Bewirtschaften der Minen entstanden sind. Aber genau das macht diese Region aus: Das industrielle Erbe und die menschliches Schaffen haben diese Landschaft geprägt.

Die UNESCO würdigt eine „Welt von gestern“

Und genau diese Industriegeschichte will die UNESCO auszeichnen. Das Kohlebecken ist ein facettenreiches Kulturgut: Es umfasst Abraumhalden, Zechenanlagen und ebenso 24.000 Wohnungen, die sich auf 124 Bergarbeitersiedlungen verteilen.
Für die Kulturministerin Aurélie Filipetti hat die UNESCO damit den „außergewöhnlichen Wert“ dieser Landschaft gewürdigt, die, wie die Schriften von Emile Zola, an die komplexe und ursprüngliche Geschichte der Arbeiter erinnert, die in der Welt von heute aus den Minen verschwunden sind.

Die Erhaltung des Kulturerbes – eine schwierige Aufgabe

Durch die Entscheidung der UNESCO wurde der Schutz dieses Standortes unumkehrbar. Dieses ungewöhnlich große Gebiet erstreckt sich über insgesamt 120 km und umfasst 90 Kommunen. Der Erhalt der Bergarbeiterwohnungen, heute bewohnte Sozialwohnungen, ist ebenfalls zu einer Herausforderung geworden.
Nord-Pas de Calais ist eine Region im Aufwind: Sie weiß ihre Geschichte und ihre Kultur zu schätzen. So wird zum Beispiel das Pariser Musée du Louvre im Dezember eine Zweigstelle in Lens eröffnen - mitten im Kohlebecken.

Letzte Änderung 13/07/2012

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