Konferenz für eine verstärkte europäische Zusammenarbeit im Kampf gegen den illegalen Handel mit Kulturgütern [fr]

Diese Konferenz, zu der Fachleute und Vertreter der für die Bekämpfung von illegalem Handel mit Kulturgütern zuständigen nationalen und europäischen Behörden zusammenkommen, muss Diskussionen über innovative Initiativen ermöglichen und einen Austausch mit dem Kunstmarkt hervorbringen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen einen Beitrag zu den Überlegungen leisten, die insbesondere während des informellen Treffens der europäischen Ministerinnen und Minister für Kultur am 7. und 8. März in Angers fortgeführt werden, und Handlungsansätze für ein besser vernetztes Vorgehen auf europäischer Ebene aufzeigen.

Der illegale Handel mit Kulturgütern ist ein globales Phänomen aus dem Bereich der organisierten Verbrechen, das kriminelle Netzwerke mit Geldmitteln versorgt und in manchen Fällen zur Terrorismusfinanzierung beiträgt. Langfristig gesehen wird den Völkern durch diesen illegalen Handel ihre Geschichte und ihre Kultur genommen. Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union sind verpflichtet, gegen dieses Übel vorzugehen, da sie Opfer von Raubgrabungen und Plünderungen ihrer Sammlungen, gleichzeitig aber auch gefragte Märkte sind. Außerdem wurden im Zuge der Bekämpfung des illegalen Kulturguthandels bis dato in mehreren Mitgliedstaaten der EU neuartige Initiativen auf den Weg gebracht, die zu Synergien führen könnten. Darüber hinaus kommt den Vertretern des Kunstmarktes in diesem Kampf eine wichtige Rolle zu und die entsprechenden Maßnahmen müssen stärker in den Blickpunkt gerückt werden. Vor dem Hintergrund, dass die Europäische Kommission in Kürze einen Aktionsplan gegen den Handel mit Kulturgütern veröffentlichen wird, handelt es sich um einen geeigneten Zeitpunkt für die Veranstaltung einer Konferenz, die auf die Stärkung der europäischen Zusammenarbeit abzielt.

Die am 1. Februar stattfindende Konferenz, die gemeinsam vom Ministerium für Europa und auswärtige Angelegenheiten und dem Ministerium für Kultur veranstaltet und von der französischen Ministerin für Kultur, Roselyne Bachelot-Narquin, dem Vizepräsidenten der Europäischen Kommission und dem stellvertretenden Generaldirektor der UNESCO für Kultur eröffnet wird, knüpft an die zweite Geberkonferenz der ALIPH (internationales Bündnis, das sich seit 2017 für den Schutz und die Wiederherstellung von gefährdetem Kulturerbe in Konfliktgebieten einsetzt) an. Ziel der Konferenz ist es, die europäischen Akteure in diesem Bereich miteinander zu vernetzen und einen Austausch über bewährte Praktiken zu ermöglichen, um gegen den illegalen Handel mit Kulturgütern vorzugehen. Die Referenten werden online vom Musée du Louvre aus zu einem Publikum von etwa 300 Personen sprechen. Im Zuge der Gespräche dürften Synergien zwischen bereits bestehenden Initiativen in Europa, beispielsweise zum Austausch von Daten über illegal gehandelte Güter und zur Mobilisierung aller Beteiligten, ermittelt und konkrete Möglichkeiten zur Verbesserung der europäischen Zusammenarbeit bestimmt werden. Die Diskussionen werden beim informellen Treffen der europäischen Ministerinnen und Minister für Kultur fortgesetzt und in den künftigen Aktionsplan der Europäischen Kommission einfließen.

Im Rahmen der Konferenz werden drei Runde Tische veranstaltet.

  • Der erste befasst sich mit den neuen Technologien und innovativen Mechanismen zur Bekämpfung von illegalem Handel.
  • Der zweite konzentriert sich auf die Rolle des Kunstmarktes und seine Regulierung innerhalb der Europäischen Union.
  • Der dritte Runde Tisch beschäftigt sich mit den Möglichkeiten und Mitteln, die genutzt werden können, um bei den verschiedenen Akteuren (breite Öffentlichkeit, Fachleute, Studierende, Forschende usw.) für die Maßnahmen im Kampf gegen den illegalen Kulturguthandel zu werben.

Jean-Luc Martinez, Botschafter für die internationale Zusammenarbeit im Bereich des Kulturerbes, wird zum Abschluss der Konferenz die Schlussfolgerungen der Runden Tische vorstellen.

Ziel dieser drei Sitzungen ist es, die bestehenden Instrumente, die ergriffenen Maßnahmen und die technologischen Innovationen zur Bekämpfung des illegalen Handels, darunter insbesondere die neuen digitalen Tools oder Systeme zum Austausch von Informationen, vorzustellen, um zu praxisorientierten Ansätzen zu gelangen.

Im Hinblick auf das informelle Treffen der Ministerinnen und Minister für Kultur am 7. und 8. März in Angers und die bevorstehende Veröffentlichung eines Aktionsplans zur Bekämpfung von illegalem Handel mit Kulturgütern durch die Europäische Kommission soll diese Konferenz die eventuelle Einrichtung eines europäischen Expertennetzwerks fördern. Sie zielt auf die Vernetzung von Projektträgern, nationalen, europäischen und internationalen Behörden sowie die Ausweitung und Stärkung der Maßnahmen der Europäischen Union zum Schutz ihres Kulturerbes, zur Schaffung von Regelungen innerhalb des Binnenmarkts und zur Fortsetzung der Mobilisierung auf internationaler Ebene ab.

Letzte Änderung 10/02/2022

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