Kundgebungen zum Gaza-Konflikt: Französische Regierung verurteilt „neuen Antisemistismus“ [fr]

GIF Nachdem Kundgebungen gegen den Konflikt im Gazastreifen am Wochenende zu Ausschreitungen geführt hatten, verurteilte die Regierung aufs Schärfste einen „neuen Antisemitismus“. Bei der Gedenkveranstaltung zur Razzia des Wintervelodroms, bei der am 16.Juli 1942 über 13000 Juden für die „Endlösung“ zusammengetrieben worden waren, bezeichnete Premierminister Manuel Valls am 20. Juli 2014 die Ausschreitungen als „nicht hinnehmbar“.

Innenminister Bernard Cazeneuve rief zur Besonnenheit auf und verurteilte ebenso die Gewalttaten gegen die Ordnungskräfte bei einer Kundgebung als Gegenreaktionen auf ein behördliches Demonstrationsverbot.

In einer Pressemitteilung des Innenministers vom 20. Juli 2014 heißt es weiter: „Jeder hat das Recht, zum Nahost-Konflikt eine aufrichtige und achtbare Meinung zu vertreten, die in unserem demokratischen Staat der Freiheit, der Gleichheit und der Brüderlichkeit ohne Hass und Gewalt zum Ausdruck kommen muss. Keine abweichende Einschätzung oder Überzeugung kann in unserem Land rechtfertigen, dass sich Franzosen im Namen ihrer unterschiedlichen Meinungen gegeneinander stellen und beleidigen. Keine unterschiedlichen Empfindungen, keine religiöse Zugehörigkeit kann weitere Hasswellen und verabscheuungswürdige Gleichsetzungen rechtfertigen, ganz gleich woher sie kommen und an welche Gruppe auch immer sie gerichtet sein mögen.

Weil wir an diesen Werten festhalten, weil wir wissen, welchen Preis wir im Laufe der Geschichte bezahlen mussten, damit diese Werte zum Fundament unserer Republik und zur ethischen Grundlage der Nation wurden, appelliere ich an die Verantwortung aller, damit die Würde über Exzesse und die Achtung über Intoleranz siegt. (…)“

Letzte Änderung 11/08/2014

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