Le nouveau Grand Paris: Stadtentwicklung im Zeichen der Wettbewerbsfähigkeit und des sozialen Zusammenhalts [fr]

JPEG Das unter dem letzten Staatspräsidenten eingeleitete Infrastrukturprojekt „Grand Paris“ wird mit einem erweiterten Konzept und mit neuen Schwerpunkten weiter verfolgt. Dies bestätigte Premierminister Jean-Marc Ayrault am 6. März 2013 in der Universität von Marne-la-Vallée bei der Vorstellung der überarbeiteten Pläne (Nouveau Grand Paris).

Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und einer solidarischen Entwicklung der Region Ile-de-France sieht das Projekt einen Maßnahmenplan vor, der sich nicht mehr nur darauf beschränkt, das Verkehrsnetz umfassend auszubauen, sondern der die Lebensbedingungen in der gesamten Hauptstadtregion verbessern und für hohe Beschäftigungsraten sorgen soll. Hierzu gehören eine ehrgeizige Wohnungsbaupolitik und ein neues interkommunales Verwaltungssystem.

Das „Nouveau Grand Paris“, dessen Grundzüge und Zeitplan der Premierminister vorstellte, ist Teil des „Neuen französischen Modells“ im Rahmen des im November 2012 von der Regierung verabschiedeten Pakts für Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung. Es soll dazu beitragen, dass die Region Ile-de-France, die 30 % der Wertschöpfung Frankreichs auf sich vereint, mit den größten Metropolen weltweit sowohl in wirtschaftlicher Hinsicht als auch in punkto Attraktivität und Solidarität mithalten kann.

Das neue solidarische „Grand Paris“

- Solidarität setzt zunächst eine ehrgeizige Wohnungspolitik voraus, auch in Krisenzeiten. „Denn es ist nicht hinnehmbar, dass ein Mindestlohn-Empfänger in der Region Ile-de-France gezwungen ist, in seinem Auto zu schlafen.“ Das Ziel ist demzufolge ganz klar: 70 000 statt wie bisher 40 000 neue Wohnungen pro Jahr.
- Solidarität bedeutet auch eine gerechtere Mittelverteilung zwischen den einzelnen Gebieten. Der finanzielle Ausgleich wird verstärkt, d.h. die reichsten Gebietskörperschaften mit einer hohen Unternehmens- und Beschäftigungsdichte helfen den ärmeren, insbesondere über den neuen „Solidaritätsfonds für die Departements der Ile-de-France“ (Fonds de solidarité des départements d’Ile-de-France).
- Schließlich bedeutet Solidarität auch soziale Durchmischung unserer Städte und Bekämpfung jeglicher Form von Segregation.

Für mehr Wettbewerbsfähigkeit

- Das Projekt Groß-Paris nutzt die Instrumente des Pakts für Wettbewerbsfähigkeit (zukunftsgerichtete Arbeitsplätze, Generationsverträge, etc.).
- Es verhindert die „Entzerrung“ der Stadt und nutzt seinen wichtigsten geografischen Trumpf: die Seine.
- Bis 2030 werden 250 000 neue Arbeitsplätze geschaffen, davon allein 50 000 im Nahverkehr bis 2017.

Ein neues Verwaltungssystem

Die Dynamik der Hauptstadtregion Paris muss durch eine neue Verwaltungsstruktur unterstützt werden und wird im Gesetzentwurf zur Dezentralisierung verankert, der am 10. April 2013 im Ministerrat vorgestellt wurde. Zur stärkeren administrativen Vernetzung der Gemeinden und zur Vermeidung einer Zersplitterung des Gebietes, müssen sich die Kommunen mit mehr als 300 000 Einwohnern, die in direkter Nähe zu Paris liegen (petite couronne), und jene mit 200 000 Einwohnern im weiteren Umfeld (grande couronne) bis spätestens 31. Dezember 2015 neu strukturieren.

Im Sinne einer verstärkten Zusammenarbeit wird außerdem am 1. Januar 2016 die „Métropole de Paris“ gegründet. Dabei geht es nicht um die Schaffung einer weiteren Institution, sondern vielmehr um ein Instrument, mit dem die Effizienz von Raumordnungs- und Wohnungsbauprogrammen erhöht und insbesondere das Ziel von 70 000 neuen Wohnungen jährlich umgesetzt werden kann.

Der „Grand Paris Express“ kommt 2030

Das „Neue Groß-Paris“ kommt nicht ohne ein historisches Investitionsprogramm im Verkehrsbereich aus. Das bereits unter Staatspräsident Sarkozy konzipierte Projekt „Grand Paris Express“ wurde wieder aufgenommen, aber vor allem verbessert und vollständig finanziert. Bis 2030 sollen 200 Kilometer Schienennetz im Großraum Paris neu gebaut werden. Die Arbeiten beginnen 2015. Mit diesem Projekt soll die Zukunft der Region Ile-de-France gesichert und das Wirtschaftswachstum und die internationale Strahlkraft Frankreichs gestärkt werden.

Die Kosten für den „Grand Paris Express“ liegen deutlich höher als von der Vorgängerregierung veranschlagt: 29,5 Milliarden Euro statt 20 Milliarden. Es ist ein Projekt von bislang unerreichtem Ausmaß: 200 km Streckennetz, 72 neue Bahnhöfe, 15 000 neue indirekte Arbeitsplätze jährlich, etc. Mittelfristig werden 90 % der Bewohner des Pariser Großraums weniger als 2 km von einer Metro-Station entfernt wohnen. Ab 2025 könnte beispielsweise ein Einwohner aus den Vorstädten Clichy oder Montfermeil mit der vollständig automatisierten Metro auf direktem Wege das Pariser Stadtzentrum erreichen.

Im Rahmen des „Nouveau Grand Paris“ wird außerdem das bestehende Netz modernisiert, was im ersten Projektentwurf noch nicht verankert war. Bis 2017 werden 6 Milliarden Euro in die Verbesserung des Nahverkehrsnetzes investiert, so z.B. in die Anschaffung neuer Straßenbahnen, in die Verlängerung von Metro-Streckennetzen und in die Erneuerung der Schnellzüge RER.

- Weitere Informationen

Letzte Änderung 12/03/2013

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