Livret A : Das französische Volkssparbuch rentiert sich besser [fr]

JPEG Minizinsen unter der Inflationsrate, von denen auch der Staat noch etwas abhaben will, nagen im Euroraum am Eigentum der Sparer.

In Frankreich dank des staatlich garantierten Volkssparbuchs Livret A etwas weniger. Aber auch hier wurde ab dem 1. August 2013 der Zins von 1,75 % auf 1,25 % gesenkt. Nicht üppig, aber im Vergleich zu den meisten Banken im Euroraum, die oft nur noch Renditen unter 1 % bieten, schon deutlich über den Marktzinsen. Zudem sind die Zinsgewinne beim Livret A steuerfrei.

Die Anlagen des Livret A gehen in die Finanzierung des sozialen Wohnungsbaus, die energetische Sanierung und in die Infrastrukturmaßnahmen der Gebietskörperschaften. Diese öffentlichen Bauträger können sich so günstig refinanzieren.

So sinken die Zinssätze laut Angaben der Regierung im Sozialwohnungsbau um 0,25 %, bei der energetischen Sanierung von 1 % auf 0,5 % und bei den Gebietskörperschaften von 3,05 % auf 2,25 %.

Allein im sozialen Wohnungsbau können mit einer Zinsersparnis von 600 Mio. € erheblich mehr Wohneinheiten finanziert werden, so Wohnungsbauministerin Cécile Duflot.

Auch die Zinssätze für weitere Sparbücher werden gesenkt. So sinken die Zinsen für das Livret d’épargne populaire (LEP), das Kunden vorbehalten ist, die nur über geringe Einkünfte verfügen und die nicht steuerpflichtig sind, von 2,25 % auf 1,75 %.

Laut Premierminister Jean-Marc Ayrault erlaubten die neuen Zinssätze die Kaufkraft der Kleinsparer zu erhalten und gleichzeitig die Investitionen besonders im Wohnungsbau anzukurbeln.

Das Livret A – ein klassisches Volkssparbuch

Das Livret A ist eine der ältesten Finanzinstitutionen Frankreichs. Geschaffen 1818, um die Schulden der napoleonischen Kriege zu bedienen, dient es in der Folge einerseits dazu, dem Staat Anlagevermögen für öffentliche Investitionen zur Verfügung zu stellen und andererseits dazu, die einfachen Leute vor dem Hintergrund einer geringen sozialen Absicherung zum Sparen anzuhalten.

Bis 2009 war der Vertrieb des Livret A allein der Postbank, den Sparkassen und den Genossenschaftsbanken vorbehalten. Seitdem kann es in jeder Bank eröffnet werden.

Seit 2005 gibt es das Sparbuch nicht mehr in die Hand. Es wird wie alle anderen Konten nur noch in elektronischer Form geführt. Die Guthaben sind für den Sparer jedoch jederzeit verfügbar.

Die Anlagen des Livret A werden von der Caisse des Dépôts et Consignations (eine Bank mit ähnlichen Aufgaben wie die KFW in Deutschland) verwaltet. Diese vergibt auch die zinsgünstigen Kredite an die Bauträger der öffentlichen Hand.

In Zahlen

- 250 Mrd. € Einlagen zum 31. Dezember 2012
- 63,3 Millionen Livrets A (+1,7 Millionen in einem Jahr)
- Höchstanlagesumme 22 950 € (seit dem 1. Januar 2013)
- Steuerbefreiung: Die Zinsen des Livret A sind steuerfrei und brauchen nicht erklärt werden.

Letzte Änderung 08/08/2013

Seitenanfang