Louvre Abu Dhabi: Im Zeichen der Aufklärung gegen den Obskurantismus [fr]

Am 8. November 2017 wurde das Museum Louvre Abu Dhabi vom Kronprinzen von Abu Dhabi, Scheich Muhammad bin Zayid Al Nahyan, und Staatspräsident Emmanuel Macron offiziell eingeweiht.

Die Fertigstellung des Louvre Abu Dhabi-Projekts zeugt von einer außergewöhnlichen Zusammenarbeit zwischen Frankreich und den Vereinigten Arabischen Emiraten im Dienste des Wissens, des interkulturellen Dialogs, der Toleranz und der kulturellen Vielfalt.

Das von dem Architekten Jean Nouvel entworfene erste Museum mit universellem Anspruch in der arabischen Welt zeigt in seiner öffentlich zugänglichen Sammlung über 600 Werke, darunter etwa 300 Leihgaben aus dem Louvre in Paris und aus den 12 französischen Museen der Agence France Muséum. Letztere Organisation wirkte maßgeblich an der Gestaltung des neuen Museums mit und fungierte gleichzeitig als Mittlerorganisation.

In seiner Rede würdigte Staatspräsident Emmanuel Macron das vom Architekten Jean Nouvel und seinen Mitarbeitern konzipierte architektonische Ensemble, das über eine internationale Strahlkraft verfüge. Es stelle in einer großen Bandbreite außerordentliche Werke des menschlichen Genies aus, was keine Selbstverständlichkeit sei.

„Für ein Land wie Frankreich geht es nicht so einfach nebenbei, sich – wenn auch in Form von Leihgaben - von einigen seiner schönsten Werke zu trennen. (…) Aber man muss sich auch im Klaren darüber sein, dass wir ein Land sind, das immer wieder Meisterwerke aus der ganzen Welt erworben hat und das prächtige Museen mit dem Flaggschiff Louvre geschaffen hat.“

Trotz der vielen Leihgaben an Museen der ganzen Welt sei es dabei nicht „einfach so“ gegangen, auch wenn es in diesem Falle um etwas weit Wichtigeres als nur um eine Ausleihe ging.

„Denn in der Tat haben wir nichts Dringenderes und Wichtigeres zu tun als die Kultur, die Bildung und die Schönheit zu befördern, die für uns ein Ausdruck der höchsten Stufe der Menschheit sind.

Die Errichtung des Museums in Abu Dhabi mache für Frankreich einen großen Sinn, so der Staatspräsident, denn es befinde sich im Epizentrum einer sich mit der Globalisierung beschleunigenden Welt. Der Ort liege nicht nur am neuralgischen Punkt des Zusammentreffens von Okzident und Orient, sondern auch an einer geopolitischen Schnittstelle:

„Sie (Anm. die Emirate) halten das Gleichgewicht zwischen dem europäischen Kontinent, dem afrikanischen Kontinent und dem asiatischen. Sie stehen im Zentrum der geopolitischen Spannungen, die die Welt erschüttern. Sie sind von den natürlich sehr komplexen zivilisatorischen und religiösen Herausforderungen ebenso betroffen wie von den einschneidenden Klimakrisen, die wir durchschreiten."

Frankreich müsse seinen Stellenwert beim Dialog der Kulturen und seinen Beitrag zur Strahlkraft der Kunst und des kulturellen Erbes behaupten und besonders auch an der Seite des Emirats im Geiste der Aufklärung gegen jedwede Art von Obskurantismus kämpfen, schloss Emmanuel Macron.

-  Rede im Wortlaut (Frz.) lesen

Letzte Änderung 14/11/2017

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