Mali: Unterstützung durch Deutschland und die EU [fr]

GIF Die einhellige Unterstützung der EU-Länder und besonders Deutschlands war ausgesprochen wichtig für Frankreich. Der Staatspräsident hat die politische Solidarität und die materielle Hilfe Deutschlands sehr begrüßt. Deutschland hat Transall-Transportflugzeuge und Ausbilder sowie Ärzte und Sanitäter zur Verfügung gestellt.

Außenminister Fabius: Einhellige Zustimmung der Europäer zu Frankreichs Vorgehen in Mali

18. Januar 2013

Auf einer Pressekonferenz im Anschluss an den Rat für Auswärtige Angelegenheiten der EU am 17. Januar 2013 in Brüssel unterstrich Außenminister Laurent Fabius die einhellige Zustimmung und Solidarität der Europäer in Bezug auf Mali und auf Frankreichs Vorgehen.
Alle Länder Europas haben sich gegenüber Mali und auch angesichts Frankreichs Vorgehen solidarisch gezeigt. Alle meine Kollegen haben ausnahmslos geäußert, dass sie Frankreichs Handeln voll und ganz unterstützen und dass sie Frankreich für sein schnelles Handeln danken. Denn, wie einer von ihnen sagte: „Wenn Frankreich nicht gehandelt hätte, gäbe es kein Mali mehr.“
Im Übrigen haben nicht wenige Länder bestätigt, dass sie beschlossen haben, oder kurz davor sind zu beschließen, im Rahmen der sogenannten MISMA zusätzliche Unterstützung zu leisten, die einen beim Truppentransport, die anderen im humanitären Bereich oder auf andere Weise. Was mich aber beeindruckt, ist die einhellige Zustimmung und Solidarität der Europäer in Bezug auf Mali und auf Frankreichs Vorgehen. (…)
Frankreichs Vorgehen war notwendig und dringlich, und zwar aus einem ganz einfachen und zugleich tragischen Grund. Denn die Terroristen – ob nun von AQMI, MUJAO oder Ansar Dine – kamen gleichzeitig aus dem Ostteil und aus dem Westteil Malis. Sie wollten auf ihrem Weg einige Städte einnehmen, deren Namen Ihnen bekannt ist. Wenn sie diese Städte eingenommen hätten, wäre auch Bamako eingenommen worden, d. h. ein terroristischer Staat hätte die Kontrolle über Mali übernommen.
Nun erinnere ich daran, falls es jemand vergessen haben sollte, dass Mali sieben Grenzen zu einer ganzen Reihe von Ländern hat. Wenn Sie noch ein Land mit einbeziehen, dann öffnet sich Mali auf das Mittelmeer und dann auf Europa. Es war also äußerst dringend, zu intervenieren. Und das haben wir mit den Maliern getan. (…)
Frankreich verteidigt keine wirtschaftlichen oder finanziellen Interessen, wie Staatspräsident Hollande betont hat. Frankreich verteidigt eine Bevölkerung, verteidigt Mali, das frei sein will. Es verteidigt die Möglichkeit der Freiheit und der Entwicklung Afrikas; es verteidigt Europa und es verteidigt eine bestimmte Idee der internationalen Einigkeit. Damit und mit dem Einsatz seiner Soldaten – eine der schwierigsten Entscheidungen – wird Frankreich dem gerecht, was von ihm erwartet wird. (…)

Staatspräsident Hollande dankt für deutsche Unterstützung bei Mali-Mission

23. Januar 2013

Staatspräsident François Hollande äußerte sich bei der Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel aus Anlass des 50. Jahrestages des Elysée-Vertrages am 22.1.2013 in Berlin zu Mali und der deutschen Hilfe:

„Was Mali anbelangt, möchte ich Deutschland danken. Ich möchte der Bundeskanzlerin und der Regierung danken, die unmittelbar nach der Entscheidung sofort politische Solidarität gezeigt haben. Das betrifft auch materielle Hilfe, auf die wir gehofft hatten, und die politische Solidarität. Dazu möchte ich sagen: Wenn Frankreich im Anschluss an eine Entscheidung, die ich vor zehn Tagen getroffen habe, in Mali eingegriffen hat, so haben wir dies im Namen der Völkergemeinschaft und auf Bitten eines befreundeten Landes getan, das eines der ärmsten Länder der Welt ist und das von Terroristen angegriffen wurde. Ich hatte nie Zweifel daran, dass sich Deutschland und die anderen europäischen Länder politisch solidarisch zeigen würden, aber die Solidarität war von Anfang an vorhanden. Sie ist es bis heute und wird weiterhin bis zum Ende der Operation Bestand haben.

Dieser Operation hat den Zweck, MISMA - diese internationale Streitkraft, die hauptsächlich aus afrikanischen Truppen besteht - in die Lage zu versetzen, Mali seine territoriale Integrität zurückzugeben. Hierbei erfahren wir Unterstützung, insbesondere im Transportbereich. Die hat Deutschland ja mit zwei Flugzeugen geleistet, aber auch in der Ausbildung, im materiellen und im finanziellen Bereich. Es wird eine Geberkonferenz geben, und ich weiß, dass auch Deutschland und im Übrigen Europa bei dieser Konferenz anwesend sein und einen Beitrag leisten werden, soweit dies möglich ist.

Es wird immer wieder gefragt: Warum hat Frankreich hier eingegriffen? – Ganz einfach: Weil Frankreich in der Lage war, dies zu tun, und weil wir Truppen haben, die nicht weit von Mali entfernt waren und die sofort in Marsch gesetzt werden konnten. Das haben wir getan. Es geht hier nicht darum, Europäer zu bitten, sich einer internationalen Strahlkraft anzuschließen, sondern darum, den Afrikanern zu helfen. Denn die Afrikaner sind diejenigen, die Mali die Bedingungen verschaffen, die notwendig sind, damit es zur Stabilität zurückkehrt und damit die Möglichkeit gegeben ist, seine territoriale Integrität wiederzugewinnen. Ich habe immer gesagt: Die Afrikaner haben die Antwort auf afrikanische Probleme. Aber wenn Frankreich gebeten wird und intervenieren kann, so tut es das, und dies in vollem Einverständnis mit den Europäern.“

Letzte Änderung 26/07/2013

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