Neue Berechnungsgrundlagen für den Mindestlohn in Frankreich [fr]

JPEG Bei der Sitzung des Ministerrates vom 6. Februar 2013 hat der französische Minister für Arbeit, Beschäftigung und Berufsausbildung, Michel Sapin, eine Verordnung zur Verabschiedung neuer Berechnungsmodalitäten für den Mindestlohn SMIC (Salaire Minimum Interprofessionnel de Croissance) vorgelegt.

Gemäß den Vereinbarungen, die aus der Konferenz mit den Sozialpartnern im Juli 2012 hervorgegangen waren, orientieren sich die neuen Berechnungsgrundlagen des SMIC an dem Ziel, die Kaufkraft der Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor zu sichern und deren Teilhabe an der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes zu gewährleisten.
Statt wie bisher an den allgemeinen Verbraucherpreisindex soll der SMIC in Zukunft an die Inflationsrate des Warenkorbs der Geringverdienerhaushalte – die etwa 20 % der Haushalte ausmachen – gekoppelt werden. Dies soll die Kaufkraft der Arbeitnehmer sichern. Der neue Index soll die realen Konsumausgaben der Arbeitnehmer mit niedrigen Einkommen besser berücksichtigen, insbesondere die unumgänglichen Ausgaben wie z.B. Mietkosten. Zudem wird die Bezugsgröße der Berechnung geändert, damit die Teilhabe der Geringverdiener an der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes besser gewährleistet werden kann. Hierzu sollen in Zukunft die vom Arbeitsministerium festgestellten durchschnittlichen Stundenlöhne der Arbeiter und der Angestellten (und nicht wie bisher allein die der Arbeiter) als Bemessungsrundlage für die Anpassung des SMIC dienen. Die durchschnittlichen Kaufkraftgewinne gehen zur Hälfte in die Berechnung des SMIC ein.

Diese Änderungen ermöglichen es, die Lohnentwicklung der in der Regel besser verdienenden Angestellten oberhalb des Mindestlohnes besser zu berücksichtigen. Heute bildet diese Gruppe einen größeren Anteil als bei der Einführung des SMIC vor 40 Jahren. Darüber hinaus soll eine außerordentliche Anhebung des SMIC infolge politischer Entscheidungen ermöglicht werden, so dass alle Arbeitnehmer an den Früchten des Wachstums beteiligt werden können.

Über die Weiterentwicklung der Erhöhungsmodalitäten hinaus wird der Verordnungsentwurf zu einer Referenzgröße für weitere Erhöhungen. Die Expertengruppe, die sich mit Fragen zum SMIC beschäftigt, wird in Zukunft in diesem Sinne ihre Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern verstärken.

Letzte Änderung 11/02/2013

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