Oh boy beeindruckt auch in Frankreich [fr]

JPEGSchwarzweißaufnahmen, Melancholie, Jazzmusik – Wer hat noch nicht versucht, diese Elemente erfolgreich künstlerisch zu verarbeiten? Dem deutschen Nachwuchsregisseur Jan-Ole Gerster ist es gelungen, sein Spielfilmdebüt „Oh boy“ driftet nicht ins Larmoyante ab. Ganze sechs Lolas hat der Schwarzweißfilm beim Deutschen Filmpreis abgeräumt. Und auch auf der anderen Seite des Rheins scheint die Low-Budget-Produktion mächtig zu beeindrucken. Beim Premiers Plans Filmfestival von Angers gewann „Oh boy“ den Sonderpreis der Jury und den Publikumspreis. Seit dem 5. Juni läuft der Film in den französischen Kinos und findet bereits großen Zuspruch.

„Oh boy“ ist das Porträt des Endzwanziger Niko - brillant gespielt von Tom Schilling -, der sich einen Tag und eine Nacht ziellos durch Berlin treiben lässt und teils komische, teils tragische Begegnungen erlebt: Seine Freundin wirft ihm Unentschlossenheit vor, sein Vater dreht ihm den Geldhahn zu, ein Psychologe erklärt ihn für emotional instabil und entzieht ihm die Fahrerlaubnis, ein alter Mann bricht vor seinen Augen zusammen und verstirbt noch in der Nacht im Krankenhaus.

Mit „Oh boy“ ist Jan-Ole Gerster ein Film voller poetischer Momentaufnahmen der urbanen Lebenswirklichkeit gelungen. Ein Film zum Nachdenken über uns selbst, über unsere Mitmenschen und über Berlin.

Letzte Änderung 01/07/2013

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