Ökotourismus in Frankreich - eine Branche mit Zukunftschancen sich [fr]

JPEG Für Touristen ist Frankreich weltweit das Reiseziel Nummer eins. Der Tourismussektor schafft beinahe 900 000 direkte Arbeitsplätze. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, passt sich das Land den immer vielfältigeren Wünschen an, so zum Beispiel dem Ökotourismus. Die nachhaltige Entwicklung wird allmählich in die Tourismusstrategien Frankreichs aufgenommen.

Ein wachsender Sektor

Ökotourismus, oder auch „grüner Tourismus“, bezeichnet umweltfreundliche Aktivitäten. Laetitia Santos, Chefredakteurin der Webseiten Babel Voyages und Voyages pour la planète, erklärt, dass „Frankreich dank der großen Vielfalt seiner Landschaften sowie der neuen mit einem Label versehenen Unterkünfte und der engagierten Agenturen im Bereich Ökotourismus sehr aktiv ist. In den letzten Jahren lag das Wachstum des Sektors zwischen 10 und 20%.“
Der grüne Tourismus zieht sowohl ausländische als auch französische Besucher an, denn laut Welttourismusorganisation sind 56% von ihnen bereit, mehr für einen ökologischen Urlaub auszugeben. Des Weiteren gibt die Organisation an, dass in Frankreich von den 173 Millionen jährlichen Urlaubsreisen 50 Millionen in Naturschutzgebiete (Nationalparks, Naturreservate) führen.

Sanfte Mobilität

Faktisch beginnen die „grünen Ferien“ bereits bei den Transportmitteln, denn Tourismusreisen machen 6% der Treibhausgasemissionen in Frankreich aus, was 30 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr entspricht. Es geht also darum, umweltfreundliche Transportwege zu bevorzugen, wie zum Beispiel die ausgewiesenen Radwege véloroutes sowie die Rad- und Wanderwege voies vertes. Die 800 km lange Strecke La Loire à Vélo ist zum Beispiel eine der sehenswertesten Routen. Der Weg führt am längsten Fluss Frankreichs entlang, an dessen Ufern sich zahlreiche Natur- und Architekturschätze befinden. Pro Jahr nutzen mehr als 800 000 Fahrradfahrer diese Route - ein Drittel davon sind ausländische Besucher.

Umweltfreundliche Unterkünfte

Auch im Bereich der Unterkünfte gibt es Labels wie beispielsweise das Ökolabel Hôtels au naturel oder auch La Clé verte. Um ein solches Label verliehen zu bekommen, müssen die Hotelbetriebe insbesondere Kriterien der optimalen Wassernutzung und der strikten Vermeidung von Umweltverschmutzungen erfüllen.
Der Verband Accueil Paysan verzaubert die Touristen mit einer Kombination aus Unterkunft und Leben auf dem Bauernhof. Die Besitzer teilen mit ihren Feriengästen ihr Wissen und ihre Kenntnisse sowie natürlich auch die jeweiligen lokalen Produkte der Saison, denn der Ökotourismus schließt auch die Nahrungsmittel mit ein!

Vielfältige Angebote

Dank der vielfältigen Angebote „im Bereich Ökotourismus kann jeder seine Ferien nach seinem Geschmack gestalten“, hebt Laetitia Santos hervor.

Zunächst denkt man dabei an die französischen National- und Regionalparks: 2012 kamen 12 Millionen Besucher, und 86 Millionen Übernachtungen wurden registriert.

Touristen können sich auch für andere Orte mit Labels entscheiden, wie zum Beispiel für Strände mit dem Label Pavillon bleu, für Gemeinden, die den Naturtourismus vertreten und mit dem Label Station verte ausgezeichnet sind, sowie für Skistationen, die für eine nachhaltige Entwicklung eintreten.

Seit einigen Jahren haben die Vertreter des nachhaltigen Tourismus ein neues erfolgreiches Angebot vorzuweisen: Wanderungen mit Packeseln, die sich vor allem bei Familien mit Kindern großer Beliebtheit erfreuen.

Der grüne Tourismus ist also ein innovativer Sektor, der die lokalen Akteure einbezieht und die nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung der Region fördert. Es handelt sich hierbei um ein absolut notwendiges Engagement, wie Laetitia Santos hervorhebt: „In der heutigen Situation müssen wir Lösungen des nachhaltigen Tourismus finden, um unsere Landschaften zu erhalten. Wir haben keine andere Wahl!“

Lucie de la Héronnière

Zahlen des Sektors



- 50 Millionen Aufenthalte pro Jahr
- 280 Millionen Übernachtungen pro Jahr
- 10 bis 20 % jährliches Wachstum

Letzte Änderung 06/09/2013

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