Ostern in Frankreich – Tradition und Gaumenfreude [fr]

Auch in Frankreich wird Ostern traditionell im Kreise der Familie gefeiert – mit Osterlamm und Eiersuche. Der Ostermontag verlängert als gesetzlicher Feiertag das Wochenende, am Karfreitag hingegen wird in Frankreich gearbeitet. Nur einige Regionen sind historisch bedingt davon ausgenommen (Elsass, Moselle, Gouadeloupe, Französisch-Guayana, Réunion und Martinique). Wie in Deutschland ist die Suche nach Schokoladen-Eiern und das anschließende Teilen und Genießen fester Bestandteil der Osterrituale.

Aber wer bringt die Eier in die französischen Gärten, versteckt sie unter Steinen und Sträuchern? Einer vor allem im Südwesten Frankreichs verbreiteten Tradition zufolge sind es die Kirchenglocken, die nach ihrem Geläut am Gründonnerstag nach Rom fliegen, um sich dort segnen zu lassen und die Süßigkeiten zu empfangen, die sie dann auf ihrem Rückflug über den Gärten verlieren. Tatsächlich bleiben von Gründonnerstag bis Ostersonntag alle Kirchenglocken in Frankreich stumm.

2013 ist das Jahr der Gourmet-Eier

Der glückliche Finder darf sich dann an schokoladigen Köstlichkeiten in Form von Eiern, Hennen, Lämmern und (!) Glocken laben. Dabei sind weiße Schokolade, Vollmilch und Zartbitter mitsamt ihrer cremigen oder festen Füllungen längst nicht das Höchste der französischen Ostergefühle. Eine ganze Handwerksbranche – die hoch angesehenen Chocolatiers – übertrifft sich jedes Jahr aufs Neue mit exquisiten und raffinierten Kreationen. So etwa der Chefkonditor des Hôtel Le Meurice, dessen diesjährige Ostereier mit Silberstaub umhüllt und mit Schokoladenmargeriten verziert sind, die den Frühlingsbeginn symbolisieren. Auch Trüffel und geröstete Kokosnuss dürfen sich die kleinen und großen Eierjäger auf der Zunge zergehen lassen. Ostern in Frankreich in zwei Worten: Tradition und Gaumenfreude!

Letzte Änderung 28/03/2013

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