Paris ganz oben in der Gunst der Studenten [fr]

JPEG Paris ist die beliebteste Studentenstadt weltweit, vor London und Boston. Ein Erfolg, den diese Stadt der Vielfalt und dem hohen Niveau ihrer Ausbildungsstätten zu verdanken hat, aber nicht nur! Die Höhe der Studiengebühren und die Qualität des Studentenlebens in Frankreich waren ebenfalls entscheidende Kriterien bei diesem Ranking, bei dem auch Lyon und Toulouse gut abschnitten.
In diesem internationalen Studentenstädte-Ranking QS Best Student Cities 2012, dem ersten dieser Art, das von der auf die Bewertung von Universitäten spezialisierten britischen Beratungsgesellschaft QS (Quacquarelli Symonds Ltd) erstellt wurde, kommt die französische Hauptstadt mit 421 Punkten auf den Spitzenplatz, vor London (405 Punkte), Boston (399 Punkte) und Melbourne (398 Punkte). Kontinentaleuropa insgesamt nimmt mit sieben Städten unter den Top 15 (Paris, Wien, Zürich, Berlin, Barcelona, München und Lyon) eine Spitzenposition ein.

Dieses neue Ranking bezieht neue wichtige Kriterien mit ein. Während die üblichen Bewertungen im Wesentlichen auf akademischen Kriterien beruhen, berücksichtigt dieses Ranking auch die Anzahl der Studenten, das Verhältnis zwischen einheimischen und ausländischen Studierenden (Internationalität), die Lebensqualität und das Lebensumfeld, das Ansehen der Absolventen bei Unternehmen, die Höhe der Studiengebühren und die Erschwinglichkeit. Laut Danny Byrne, der für eine der wichtigsten Internetseiten von QS verantwortlich ist, sind die Ausbildungssysteme in Kontinentaleuropa gleichberechtigter als in anglophonen Ländern.

Die Qualität des Studentenlebens wirkte sich bei der Bewertung sehr zugunsten der französischen Universitäten aus. Zahlreiche Initiativen wurden eingeleitet, um die Aufnahme und die Betreuung der Studenten zu verbessern: Informationsveranstaltungen, Herstellung des Kontakts zu anderen Studenten und Professoren, Tutorien, kostengünstige Mensen, etc. Und in keinem anderen Land wohnen so viele Hochschüler in speziellen Studentenunterkünften. Die regionalen Studentenwerke (CROUS) und die Informations- und Dokumentationszentren für Jugendliche (CIDJ) unterstützen die Studenten bei ihrer Suche nach Ausbildungsplätzen, Jobs und Wohnungen. Punkten konnte Frankreich auch mit der gehobenen, insbesondere digitalen Ausstattung seiner Universitäten.

Die verbesserte materielle Ausstattung wird besonders in Paris sichtbar, wo nach Aussagen des Recteur de l’Académie de Paris, Patrick Gérard, 200 Millionen Euro in die Universitätsbibliotheken und das CROUS investiert wurden. „Ferner haben wird gerade umfangreiche Arbeiten in der Fakultät in der Rue d’Assas und in der Mensa Mabillon durchgeführt und demnächst ist dann die Bibliothek der Sorbonne an der Reihe“, fügt der Recteur hinzu. Des Weiteren verfügt die Hauptstadt über zahlreiche Sportinfrastrukturen und über ein umfangreiches und erlesenes Kulturangebot: Konzerte, Ausstellungen in den großen Museen und Kunstgalerien, Theaterinszenierungen in den historischen Häusern oder auf Avantgardebühnen, zwei Opernhäuser, ein weltweit einzigartiges Netz von Programmkinos … Und alle bieten Studententarife an.

Die Studiengebühren an den staatlichen Universitäten in Frankreich sind ein weiterer bedeutender Faktor bei diesem Ranking. Zu Semesterbeginn 2011 beliefen sie sich für die dreijährige licence auf 177 Euro und für den zweijährigen Master auf 245 Euro. In Großbritannien muss man für den dreijährigen Bachelor 3.000 – 4.000 Euro und den Master bis zu 10.000 Euro rechnen. Die Studiengebühren in Paris, Wien, Zürich und Berlin liegen im Durchschnitt unter 1.000 Euro pro Jahr, im Vergleich zu 30.000 Dollar in den USA. Ein Masterstudium in Frankreich kostet demzufolge nur etwa ein Zehntel dessen, was Studenten in den USA, Großbritannien oder Australien bezahlen müssen. Hinzu kommt ein umfangreiches System an öffentlichen Beihilfen. Die Stipendien sind vielfältiger und werden auch dem Mittelstand gewährt. Die Sozialversicherung und die studentischen Zusatzversicherungen decken zu sehr günstigen Tarifen die medizinische Versorgung ab.

Hinzu kommt, dass Pariser Studenten von internationalen Arbeitgebern geschätzt werden. Die Hauptstadt und ihre Umgebung verfügen über ein sehr dichtes Netz an innovativen Unternehmen, mit denen die Universitäten Partnerschaften eingegangen sind, und über eine große Auswahl an Studiengängen und anerkannten Hochschulen, wie die Ecole normale supérieure, die Ecole polytechnique, die Universität Pierre und Marie Curie, Sciences-Po, Paris-Sorbonne... Mit sechzehn Hochschulen unter den weltweiten Top 500 übertrifft Paris alle anderen Städte.

Außer Paris befinden sich zwei weitere französische Universitätsstädte unter den TOP 50 des Rankings: Lyon (als zweitgrößte Studentenstadt Frankreichs) mit 367 Punkten an 14. Stelle und Toulouse (Raumfahrt-Metropole) mit 286 Punkten an 46. Stelle. Diese Bewertung zeugt von der Homogenität der Qualität des Hochschulangebots auf dem gesamten französischen Territorium.
Sylvie Thomas

Letzte Änderung 13/04/2012

Seitenanfang