Bildungsminister Peillon zu Pisa-Studie 2012 : Reformen fortführen [fr]

GIF Bildungsminister Vincint Peillon äußerte sich am 4. Dezember 2013 besorgt über die kurz zuvor veröffentlichten Ergebnisse der jüngsten Pisa-Studie der OECD. Die Studie hatte in 65 Ländern die Kenntnisse und Fähigkeiten 15-jähriger Schülerinnen und Schüler gemessen, die zwischen September 2002 und Mai 2012 zur Schule gegangen waren.
Laut Studie seien in den letzten zehn Jahren folgende Entwicklungen zu beobachten gewesen:

-  Das Leistungsniveau in Mathematik ist gesunken: Zwischen 2003 und 2013 ist Frankreich um fünf Ränge von Platz 13 auf Platz 18 von insgesamt 34 gesunken.

-  Die Leistungsunterschiede zwischen den Schülern sind größer geworden, was durch eine wachsende Zahl von Schülern mit Lernschwierigkeiten zu erklären ist. Dieser Anteil ist in den anderen OECD-Ländern stabil geblieben.

-  Die Vorbestimmung des Schulerfolgs durch die soziale Herkunft hat sich verfestigt: Im OECD-Vergleich schlägt sich in Frankreich die soziale Herkunft am stärksten in den schulischen Leistungen nieder. Diese Tendenz hat in den letzten zehn Jahren noch weiter zugenommen.
Die Untersuchung bestätigt die Ergebnisse aus anderen nationalen und internationalen Studien über das französische Schulsystem. Die französische Regierung ist deshalb zum Handeln entschlossen, um das Schulsystem grundlegend zu reformieren.

Dabei stehen zwei Ziele im Vordergrund:

- Die „Schule der Republik“ soll gerecht sein – für alle Kinder: Die soziale Herkunft soll keine so schwerwiegenden Auswirkungen mehr auf die schulischen Leistungen haben.

- Alle Schülerinnen und Schüler müssen so gefördert werden, dass sie möglichst gute Leistungen erbringen können.

Die Schule muss besonders auf die 20 % der Schüler mit Lernschwierigkeiten eingehen und dafür sorgen, dass die Unterstützung der Schwächsten nicht zum Nachteil derjenigen wird, die gute bzw. mittlere Leistungen erbringen. Die Pisa-Studie zeigt, dass die gerechtesten Schulsysteme, die am wirksamsten die soziale Auslese und unterschiedliche Lernentwicklungen bekämpfen, auch die besten Leistungen hervorbringen. Dies gilt etwa für Kanada oder Finnland.
Im Mittelpunkt der Regierungsmaßnahmen steht daher das Ziel, Schüler mit Lernschwierigkeiten stärker zu fördern, um das Leistungsniveau aller Schüler zu steigern.

Darüber hinaus empfiehlt Pisa, die Reform des französischen Schulsystems zu beschleunigen.

Drei Schwerpunkte stehen im Mittelpunkt der Regierungsvorhaben:

-  der Lehrerberuf im 21. Jahrhundert: neue Herausforderungen und Aufgabenprofile;

-  die Überarbeitung der Lehrpläne von der Grundschule bis zum Gymnasium in Absprache mit dem eigens dafür eingerichteten Rat für Lehrpläne (Conseil supérieur des programmes);

-  eine tiefgreifende Reform der Bildungsprogramme in Stadtteilen mit erhöhtem pädagogischem Bedarf (zones d’éducation prioritaire), die zu mehr Chancengleichheit unter den Schülern führt.

Letzte Änderung 11/12/2013

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