Premierminister Ayrault in Neukaledonien: Abkommen zur Selbstbestimmung wird eingehalten [fr]

(c) Matignon - JPEGIm Rahmen seiner Asienreise, die ihn auch zu offiziellen Besuchen nach Südkorea und Malaysia führte, stattete Premierminister Jean-Marc Ayrault vom 26. bis 28. Juli auch der Gebietskörperschaft Neukaledonien im Pazifik einen Besuch ab.

Der Besuch des Premierministers fand 25 Jahre nach dem Abkommen von Matignon (26. Juni 1988) und 15 Jahre nach dem Abkommen von Nouméa (5. Mai 1998) statt, in denen der Weg zur Selbstbestimmung der Inselgruppe festgelegt wurde. Demnach tritt Neukaledonien zwischen 2014 und 2018 in einen Prozess ein, an dessen Ende ein Referendum über seinen endgültigen Status stehen wird.

Premierminister Ayrault traf mit politischen, wirtschaftlichen und sozialen Entscheidungsträgern zusammen und besuchte unter anderem die Nickel-Fabrik in Koné im Norden des Archipels. Zudem erwies er in der Gedenkstätte in Ouvéa den 1988 bei der Erstürmung der dortigen Grotte ums Leben gekommenen Gendarmen und Kämpfern der Unabhängigkeitsbewegung seine Ehre. Dieses Ereignis hatte maßgeblich zu den Matignon-Verträgen von 1988 geführt (Siehe Kasten).

In einem Gespräch mit dem Fernsehsender Nouvelle-Calédonie Première äußerte der Premierminister sich zufrieden über den Erfolg der Nickelfabrik Koniambo Nickel in der kanakischen Nordprovinz und begrüßte die universellen Werte der kanakischen Kultur. Zudem unterstrich er die erfolgreichen Bildungsanstrengungen der vergangenen 25 Jahre und kündigte die buchstabengetreue Umsetzung der Vereinbarungen zur Fortentwicklung der Institutionen an.

Die Abkommen von Matignon und von Nouméa




Die Kaledonier und Kaledonierinnen befinden sich 2013 an der Schwelle des Eintritts in den Selbstbestimmungsprozess der Inselgruppe. Dem Abkommen von Nouméa entsprechend, werden sie zwischen 2014 und 2018 per Volksentscheid über den endgültigen Status Neukaledoniens als Teil Frankreichs oder als unabhängiger Staat abstimmen.



Das Abkommen von Nouméa wurde am 5. Mai 1998, zwischen dem Staat, dem Rassemblement pour la Calédonie dans la République (RPCR), und der kanakischen nationalen und sozialistischen Befreiungsfront (FLNKS) unterzeichnet. Die Vereinbarung regelt die Übertragung von Kompetenzen an die Selbstverwaltungsorgane Neu-Kaledoniens auf zahlreichen Gebieten, mit Ausnahme der Verteidigung, der Inneren Sicherheit, der Rechtsprechung und der Finanzen. 72 % der Neukaledonier hatten dem Abkommen am 8. Juni 1998 in einer Volksbefragung zugestimmt.



Hierbei handelt es sich um ein Folgeabkommen der Vereinbarungen von Matignon, benannt nach dem Amtssitz des französischen Premierministers vom 26. Juni 1988. Dieses Vertragswerk, das zur Beruhigung des offenen Konflikts geführt hatte, sah eine zehnjährige Entwicklungsperiode mit wirtschaftlichen und institutionellen Garantien für die kanakische Bevölkerung vor. Es wurde am 6. November 1988 in Frankreich per Volksentscheid mit einer Mehrheit von 80 % angenommen.



- Der Status Neukaledoniens als Gebietskörperschaft

Letzte Änderung 02/08/2013

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