Programm zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit aufgestockt [fr]

Zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit plant die französische Regierung noch in diesem Jahr die Schaffung von 45 000 zusätzlichen „emplois avenir“, sogenannten zukunftsgerichteten Arbeitsplätzen, erklärte der Minister für Arbeit, Beschäftigung und sozialen Dialog, François Rebsamen, am 3. Juni 2014 im Ministerrat. Seit der Verabschiedung des Gesetzes im Herbst 2012 wurden bisher 100.000 solcher Arbeitsplätze geschaffen.

Emploi d’avenir - Das Programm gegen Jugendarbeitslosigkeit

Das Programm beinhaltet die Schaffung von zukunftsgerichteten Arbeitsplätzen für junge Menschen. Ziel ist es, jungen Nicht- bzw. Geringqualifizierten Ausbildungsmöglichkeiten zu eröffnen und damit einen Eintritt in die Berufswelt zu ermöglichen.

Zielgruppe sind in erster Linie Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahren, die keinen Abschluss haben und aus Gegenden – in der Stadt oder auf dem Land – mit besonders hoher Arbeitslosigkeit stammen. Doch auch Jugendliche aus, die bereits einen ersten Abschluss haben, z. B. ein CAP bzw. BEP (entspricht in Deutschland etwa einer Gesellen- oder Facharbeiterprüfung) oder das Abitur, können von dem Programm profitieren.

Im Vordergrund stehen Beschäftigungen im öffentlichen Sektor und Tätigkeitsfelder, die einen sozialen Nutzen haben und Perspektiven auf dauerhafte Beschäftigungsverhältnisse bieten. Dazu zählt die Betreuung älterer oder behinderter Menschen und die Kinderbetreuung ebenso wir Aufgaben im Bereich der nachhaltigen Entwicklung im Sinne von Umweltschutz oder Abfallbewirtschaftung, soziale Betreuung, Informatik und Tourismus. Darüber hinaus werden auch Auszubildende eines Lehrberufs gefördert, die sich über ein Stipendium finanzieren.

Der Staat übernimmt in den ersten drei Beschäftigungsjahren 75 % des Bruttogehalts der jungen Arbeitnehmer. Im Vordergrund stehen unbefristete oder auf drei Jahre begrenzte Vollzeit-Verträge. Die zukunftsgerichteten Arbeitsplätze bieten den jungen Menschen die Möglichkeit einer ersten Berufserfahrung und einen Einstieg in den Arbeitsmarkt, aus dem sich später ein langfristiges Beschäftigungsverhältnis entwickeln kann. Sie können auf diesem Wege wichtige Kompetenzen erwerben oder Motivation zur Weiterbildung – etwa eine duale Ausbildung – finden. Das Programm baut auf ein starkes Engagement von Seiten der Arbeitgeber im Sinne einer intensiven Betreuung des Berufsanfängers. Außerdem erhalten die jungen Arbeitnehmer Unterstützung von den „missions locales“, einer Art lokaler Jobcenter, die jungen Arbeitnehmern beim Einstieg ins Berufsleben helfen.

Letzte Änderung 11/08/2014

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