Ratings: Frankreich ist nach wie vor eines der am besten bewerteten Länder in der Welt und in Europa [fr]

Die französische Regierung sieht in der Neubewertung Frankreichs durch Moody’s eine Bewertung der Lage, die sie als Erbe von ihrer Vorgängerin übernommen hat. Sie ist aber weiterhin überzeugt davon, dass für 2013 ein Wachstum von 0,8 % erreicht werden kann.

Moody’s Entscheidung, Frankreichs Bewertung von AAA auf AA1 zu setzen, ist in der „Folge der Herabstufung Frankreichs durch Standard & Poors am 13. Januar“ und des „negativen Ausblicks durch Moody’s vom 13. Februar“ zu sehen. Mit dieser Entscheidung werden nach Ansicht der französischen Regierung die Fehlsteuerungen der Vergangenheit sanktioniert. So zitiert die Agentur in ihrer Mitteilung wiederholt „das Vorgehen wechselnder französischer Regierungen in der Vergangenheit“. Die Entscheidung kam also nicht überraschend. Die Diagnose von Moody’s deckt sich mit den Feststellungen der Regierung, die im Gallois-Rapport beschrieben sind: Seit 10 Jahren ist ein kontinuierlicher Wettbewerbsverlust zu beobachten und es mangelte an Innovation und an Defizitkontrolle.

Durch die Neubewertung werden weder die wirtschaftlichen Grundlagen unseres Landes, noch die in Angriff genommenen Reformen der Regierung unter Premierminister Jean-Marc Ayrault oder die Kreditwürdigkeit Frankreichs in Frage gestellt:

- für kurzfristige Kredite behält Frankreich die Bestnote
- mittel- und langfristige Kredite wurden um eine Stufe auf die zweitbeste Note gesenkt

Frankreich ist nach wie vor eines der am besten bewerteten Länder in der Welt und in Europa.

Die französische Wirtschaft hat zahlreiche Vorteile vorzuweisen: die Größe, die hohe Produktivität, die Qualität der öffentlichen Dienstleistungen und der Infrastruktur, die Diversifizierung des Produktionsapparats, die hohe private Sparleistung, die relativ geringe Verschuldung der privaten Wirtschaftsteilnehmer.

Dieses Potenzial der französischen Wirtschaft wird auch von den Investoren anerkannt. So erhält Frankreich derzeit Anleihen zu sehr niedrigen Zinssätzen.

Die Position Frankreichs im Ranking

- 1 Stufe unter Deutschland
- 7 Stufen über Italien
- 8 Stufen über Spanien
Zinsen für die mittel- und langfristige Finanzierung Frankreichs

- 1,87 % für 2012
- 2,80 % Rekord 2011
- 2,53 % Rekord 2010

Im Gegensatz zu den vergangenen 10 Jahren geht es der heutigen Regierung mit ihrer Wirtschaftsstrategie darum, das öffentliche Defizit Frankreichs zu reduzieren, die Wettbewerbsfähigkeit des Landes wieder herzustellen und Strukturreformen durchzuführen.

Die französische Regierung verfolgt mit Entschlossenheit ihre Reformagenda; in der Eurozone stabilisiert sich die Lage gerade leicht und es wurden beispiellose Anstrengungen unternommen, sei es auf Ebene der Europäischen Union mit dem Wachstumspakt im Juni, den Ankündigungen der EZB, der Stabilisierung der Lage in Spanien und Italien oder der Vertiefung der Integration mit der gemeinsamen Bankenaufsicht.

Die Sanierung der öffentlichen Finanzen in Frankreich wurde in Angriff genommen. Dazu wurden in sechs Monaten nicht weniger als sechs Gesetzesvorlagen zur Finanzstruktur im Parlament eingebracht:

- Nachtragshaushalt im Juli
- Entwurf des Haushaltsgesetzes 2013
- Entwurf des Gesetzes über die Finanzierung der Sozialversicherung 2013
- Entwurf des mehrjährigen Finanzrahmens
-Verfassungsänderungsgesetz über die Steuerung und Planung der öffentlichen Finanzen, das am 19. November 2012 vom Parlament verabschiedet wurde und die Ratifizierung des Vertrags über Stabilität, Koordinierung und Steuerung in der Wirtschafts- und Währungsunion ermöglicht
- Entwurf des Gesetzes zum Nachtragshaushalt im November.

Die Haushaltsziele, insbesondere das Ziel, das Defizit bis 2013 auf 3 % zurückzufahren, wurden wiederholt bekräftigt.

Eine Verbesserung des Wachstumspotentials der französischen Wirtschaft ist durch die schnelle Umsetzung der 35 Maßnahmen des „Nationalen Pakts für Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“ wie auch durch die laufenden Verhandlungen über die Sicherung der Arbeitsplätze und die Modernisierung öffentlicher Maßnahmen zu erwarten.

Moody’s begrüßt übrigens die Entscheidungen der französischen Regierung zur Sanierung des öffentlichen Haushalts und zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit.

Der französische Bankensektor ist im Übrigen solider als vor einem Jahr:

- er ist weniger abhängig von der Refinanzierung am Interbankengeldmarkt
- er hat sein Engagement in einigen Risikoländern verringert und seine Eigenmittel durch die Einstellung der Gewinne in Rücklagen ausgebaut.

„Wir müssen [Moody’s Entscheidungen] berücksichtigen, unsere Politik führen, unseren Kurs halten und verstehen, dass es in unserem Interesse ist, unsere öffentlichen Finanzen zu sanieren.“ „Das gestattet uns heute Zinsen, wie wir sie seit Jahren nicht auf Staatsanleihen hatten.“ „Selbst heute haben sich die Zinsen nicht bewegt, und der Abstand zu den deutschen Zinssätzen ist genau gleich geblieben.“ So Staatspräsident Hollande am 20. November.

Letzte Änderung 21/11/2012

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