Raumfahrtprojekt Ariane 6 auf einem guten Weg [fr]

JPEG Die neue Generation von Ariane-Trägerraketen befindet sich derzeit in Planung. Der Start von Ariane 6 ist für 2021 geplant. Französische Experten des Raumfahrtsektors werden maßgeblich an der Entwicklung der Rakete beteiligt sein.

Am 21. und 22. November 2012 trafen sich die Minister der 20 Mitgliedstaaten der europäischen Raumfahrtagentur ESA in Neapel, um über die Zukunft der europäischen Raumfahrt zu diskutieren.

Insgesamt wurden Raumfahrtprogramme im Wert von rund 10 Milliarden Euro für die nächsten fünf Jahre beschlossen. Allein 300 Millionen Euro stehen der Konzeptionsstudie für die Ariane 6 zur Verfügung – der Nachfolgerin der Trägerrakete Ariane 5. Das Projekt wird besonders von Frankreich und Arianespace unterstützt – dem europäischen Raumfahrtunternehmen, das für den Betrieb und die Vermarktung von Raumtransportsystemen zuständig ist, die von der ESA entwickelt werden.

Wie Forschungsministerin Geneviève Fioraso betonte, konnte eine Einigung hinsichtlich der Entwicklung der zukünftigen Trägerrakete Ariane 6 erzielt werden. Im Hinblick auf eine bessere Anpassung an die künftige Marktentwicklung einerseits und die reibungslose Umstellung von der Ariane 5 ME (mid-life evolution) - einer verbesserten Version der Ariane 5 - auf die Ariane 6-Rakete ohne den Verlust von Arbeitsplätzen und Fachwissen andererseits wurde der Start eines Studienprogramms zur neuen Trägerrakete Ariane 6 in einem Vertrag festgehalten. Über das endgültige Programm entscheidet der ESA-Ministerrat im Jahr 2014.

Günstiger, flexibler und zukunftsorientierter

Der Vorteil der Ariane 6 besteht darin, dass sie Nutzlastkapazitäten von 2 bis 8 Tonnen transportieren können soll. Des Weiteren wird die Ariane 6 so ausgelegt sein, dass sie nur einen Satelliten transportieren kann, um so den Wünschen der Kunden schneller entsprechen zu können, da lange Wartezeiten für Anfragen nach dem Start eines zweiten Satelliten entfallen.

Arianespace plant ebenfalls eine Senkung der Produktionskosten und eine größere Flexibilität beim Angebot: Die Ariane 6 wird nur über eine Oberstufe verfügen, die sich mehrfach zünden lässt. Die Produktions- und Startkosten für Ariane 6 könnten so von derzeit 170 Millionen Euro auf 70 Millionen Euro reduziert werden.

Nach Angaben von Jean-Yves Le Gall, CEO von Arianespace, befindet sich die „Ariane 5 heute im Stadium der industriellen Reife; Ariane 6 wird die Trägerrakete des nächsten Jahrzehnts“. Ihr Erststart ist für 2021 oder 2022 vorgesehen.

Die französische Industrie ist maßgeblich beteiligt

Für Frankreich bedeutet das Ariane-Programm tausende Arbeitsplätze und bedeutende Fachkompetenzen. Das Unternehmen Astrium ist der Hauptauftragnehmer für die Entwicklung der Trägerrakete. Die EADS-Tochter beschäftigt 18 000 Mitarbeiter und sieht in ihrer Arbeit einen Beitrag zur Konsolidierung der Zukunft der europäischen Raumfahrt.

Bei der aktuellen Version der Ariane 5 ist Astrium für die Montage der Hauptstufe der Rakete an seinem Standort Les Mureaux in der Nähe von Paris verantwortlich. Das Unternehmen fertigt gemeinsam mit Cryospace, einem Gemeinschaftsunternehmen von Astrium Space Transportation (45%) und Air Liquide (55%), den EPC-Tank. Auch andere französische Unternehmen sind an der Fertigung der Ariane-Komponenten beteiligt, wie z. B. die Safran-Tochter Snecma, die für die Entwicklung des Raketentriebwerks Vulcain verantwortlich ist. Insgesamt sind fast 200 Unternehmen am Bau dieser riesigen 770 t-schweren Rakete beteiligt.

Kourou: „the place to be”

Zur Gefahrenvermeidung während des Transports, werden die von Europropulsion (Snecma und das italienische Unternehmen Avio) entwickelten Feststoffbooster direkt in Kourou (Französisch-Guayana) montiert. 1973 wurde dort mit dem Bau des Weltraumbahnhofs begonnen und 1979 startete von hier aus die erste europäische Trägerrakete. Von Kourou aus können Trägerraketen mit den unterschiedlichsten Nutzlasten gestartet werden: die Ariane-Raketen (bis zu 9 Tonnen), die Vega-Raketen (bis zu 1,5 Tonnen) und die russische Trägerrakete Soyus (bis zu 3 Tonnen).

Die französische Raumfahrtagentur (CNES), Arianespace und die ESA (Standortbetreiber) verfügen über eine komplette Palette an Trägerraketen. 2012 starteten 11+ Raketen vom Weltraumbahnhof aus, für 2013 plant Arianespace rund ein Dutzend Starts.

Barbara Leblanc

- www.arianespace.com

Letzte Änderung 10/01/2013

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