Rede von Staatspräsident François Hollande zu den Attentaten an die Nation [fr]

GIF Staatspräsident François Hollande wandte sich am 9. Januar 2014 in einer Fernsehansprache zu den Attentaten und Geiselnahmen am 7. und 8. Januar an die Nation.

Paris, den 9. Januar 2015

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

Frankreich ist an drei Tagen in Folge angegriffen worden: Mittwoch mit dem Attentat auf Charlie Hebdo, bei dem 12 Menschen getötet und mehrere schwer verletzt wurden; Donnerstag mit dem Mord an einer Polizistin und dem Angriff auf einen städtischen Angestellten in Montrouge; und heute mit zwei Geiselnahmen, eine davon in Paris, Porte de Vincennes, bei der vier Menschen starben.

Frankreich hat sich dem gestellt. Zuerst möchte ich den Familien, den Opfern, den Verletzten mein Mitgefühl bekunden. (…)

Die Mörder wurden durch zwei parallele Eingriffe außer Gefecht gesetzt: in einer Lagerhalle in Dammartin-en-Goëlle und in einem koscheren Supermarkt in Porte de Vincennes. Ich möchte den Mut, die Tapferkeit, die Effizienz der Gendarmen, der Polizei und all jener, die an den Einsätzen beteiligt waren, würdigen. Ich möchte ihnen sagen, dass wir stolz auf sie sind, stolz weil sie, als der Befehl kam, den Einsatz in einer Bewegung und mit demselben Resultat geführt haben. Sie haben es getan, um Menschenleben zu retten, nämlich die der Geiseln. Sie haben es getan, um die Terroristen auszuschalten, um die auszuschalten, die gemordet haben.
Aber Frankreich, hat die Bedrohungen, denen es ausgesetzt ist, noch nicht überwunden, auch wenn es sich bewusst ist, die Stirn geboten zu haben, auch wenn es weiß, dass es mit den Sicherheitskräften, mutige und tapfere Männer und Frauen in seinem Dienst zu stehen hat.

Ich möchte Sie zu Wachsamkeit, Einheit und Zusammenhalt aufrufen. Wachsamkeit muss zunächst der Staat zeigen. Zusammen mit dem Premierminister habe ich noch einmal alle Maßnahmen zum Schutz öffentlicher Orte verstärkt, sodass wir in Ruhe und ohne Angst vor einer Bedrohung oder einer Gefahr leben können. Aber wir müssen wachsam sein.

Ich rufe auch zur Einheit auf, weil sie, wie ich bereits sagte, unsere beste Waffe ist. Wir müssen uns entschlossen zeigen und gegen alles kämpfen, was uns entzweien könnte und vor allem Rassismus und Antisemitismus gegenüber unerbittlich sein. Denn in dem koscheren Geschäft heute wurde eine schreckliche antisemitische Tat begangen.

Uns nicht entzweien bedeutet, dass wir nichts vermischen dürfen, jede bequeme Erklärung ablehnen und jegliches Auftrumpfen abwehren müssen. Diejenigen, die diese Taten verübt haben, diese Terroristen, diese Fantasten, diese Fanatiker, haben nichts mit der muslimischen Religion zu tun.

Und schließlich müssen wir all unsere Kraft aufbieten. Wir müssen in der Lage sein, auf Anschläge mit Stärke zu reagieren, wenn wir gezwungen sind, Stärke zu zeigen, aber auch mit Solidarität. Und wir müssen die ganze Wirksamkeit unserer Solidarität unter Beweis stellen. Wir sind ein freies Volk, das keinem Druck nachgibt, das keine Angst hat, weil wir ein Ideal vertreten, das größer ist als wir; und weil wir in der Lage sind, dieses Ideal überall dort zu verteidigen, wo der Friede in Gefahr ist. Ich will hier noch einmal unsere Soldaten würdigen, die dafür Sorge tragen, dass wir unserer Verantwortung angesichts des Terrorismus nachkommen.

Zahlreiche Staats- und Regierungschefs aus der ganzen Welt haben uns ihrer Solidarität versichert. Mehrere haben mir mitgeteilt, dass sie bei der großen Kundgebung am Sonntag da sein werden. Ich werde mit Ihnen dabei sein und ich rufe alle Französinnen und Franzosen auf, sich am Sonntag gemeinsam zu erheben, um die Werte der Demokratie, der Freiheit und des Pluralismus, die uns allen wichtig sind und für die Europa in gewisser Weise steht, weiterzutragen.

Wir werden aus dieser Prüfung noch stärker hervorgehen, das versichere ich Ihnen.
Es lebe die Republik und es lebe Frankreich.

Letzte Änderung 24/03/2015

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