Reise nach Timbuktu – das Reisetagebuch von René Caillié [fr]

Am 20. April 1828 entdeckt der knapp 28-jährige René Caillié Timbuktu, die für Christen verbotene Stadt am Ufer des Niger, die bis dahin nur durch die Reisebeschreibungen von Leo Africanus aus dem 16. Jahrhundert bekannt war.

Der Bäckersohn René Caillié lässt sich schon als kleiner Junge von den geheimnisvollen Bezeichnungen auf Afrika-Landkarten verzaubern. Als Schiffsjunge kommt er 1816 zum ersten Mal nach Senegal. Afrika zieht ihn sofort in seinen Bann, doch er muss acht Jahre warten, bis er zurückkehren kann, diesmal allerdings mit dem festen Plan, bis Mali und Timbuktu vorzudringen.

René Caillié lebt ein Jahr lang bei einem Volksstamm in Mauretanien, um sich mit den arabischen Gewohnheiten und der Sprache vertraut zu machen. Er widmet sich dem Koran-Studium und legt sich eine neue Identität als Muslim zu, um seine Unternehmung unbeschadet zu überstehen.

Allein, nur mit eigenen Mitteln und ohne finanzielle Hilfe oder militärischer Begleitung macht er sich auf den gefährlichen Weg und erreicht nach vielen Strapazen endlich Timbuktu. „Ein nie gekanntes Gefühl der Befriedigung erfüllte mich, als ich endlich diese geheimnisvolle Stadt betrat“, schreibt Caillié später. Doch schnell tritt Ernüchterung ein, denn er muss erkennen, dass Glanz und Reichtum der Stadt seiner Sehnsucht längst der Vergangenheit angehören. Timbuktu ist zur Armseligkeit verkommen, „alles atmete tiefe Traurigkeit“, bekennt Caillié.

Zurück in Frankreich wird er als „Besieger von Timbuktu“ gefeiert. Die Geographische Gesellschaft überreicht ihm am 5. Dezember 1828 die Summe von 10 000 Franc, die dem ersten Europäer versprochen war, der mit Nachrichten aus Timbuktu nach Hause kommt.

René Cailliés Aufzeichnungen der vierjährigen mühevollen und gefährlichen Reise nach Timbuktu sind soeben in einer Neuauflage in deutscher Sprache erschienen.

Französische Ausgabe: Voyage à Tombouctou (zwei Bände), La Découverte poche, 378 S.

Deutsche Ausgabe: Reise nach Timbuktu. Hrsg. von Heinrich Pleticha. Übersetzung von Susanne Zanker. Marixverlag, Edition Erdmann, Wiesbaden 2012, 320 S., € 24

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Letzte Änderung 08/08/2012

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