Rente: Arbeitnehmer mit langer Erwerbsbiographie können wieder mit 60 in den Ruhestand gehen [fr]

Die neue französische Regierung hat beschlossen, das Rentensystem teilweise zu überarbeiten. Ab November 2012 soll demnach ein Teil der Arbeitnehmer unter bestimmten Bedingungen wieder mit 60 Jahren in die Rente gehen können.

Die Regelung der „langjährigen Erwerbstätigkeit“

Arbeitnehmer, die bereits mit 18 oder 19 Jahren angefangen haben zu arbeiten, werden künftig schon mit 60 Jahren die volle Rentenzahlung erhalten – Voraussetzung ist, dass mindestens 41 Jahre in die Kassen eingezahlt wurde. Diese Maßnahme ist im Grunde eine Abänderung des 2003 eingeführten Systems der „langjährigen Erwerbstätigkeit“, die eben denjenigen, die sehr früh ins Arbeitsleben eingetreten sind, ermöglicht, auch früh ins Rentenalter einzutreten, vorausgesetzt sie haben ausreichend Beiträge gezahlt.

Für Arbeitslosenzeiten werden zwei Quartale angerechnet, ebenso im Fall von Mutterschutz; bei Krankheiten, Arbeitsunfällen und Arbeitsausfällen in Zusammenhang mit der Schwangerschaft sind es vier Quartale.

Nur ein Teil der Arbeitnehmer betroffen

Zwischen 110.000 und 120.000 Arbeitnehmer werden ab November 2012 von dieser Neuregelung betroffen sein. Für alle anderen Arbeitnehmer gilt weiterhin das bei der Rentenreform 2010 festgelegte Renteneintrittsalter von 62 Jahren.

Kosten und Finanzierung

2013 werden die Kosten für diese Maßnahme rund 1,1 Milliarden Euro betragen und bis 2017 auf 3 Milliarden Euro ansteigen. Um sie zu finanzieren, werden voraussichtlich die Rentenbeitragszahlungen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber erhöht werden.

Letzte Änderung 20/06/2012

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