Rentensystem: Deutschland und Frankreich im Vergleich (2012) [fr]

GIF Das deutsche und das französische Rentensystem basieren auf dem Umlageprinzip und haben auch sonst viele Ähnlichkeiten, so eine im August 2012 veröffentlichte Studie des französischen Schatzamtes (Trésor public).

Es gibt allerdings deutliche Unterschiede bei der Ausgestaltung. So besteht in Frankreich die Verpflichtung eine Zusatzrente abzuschließen, während dies in Deutschland allein auf freiwilliger Basis geschieht. Auch müssen in Frankreich Selbstständige und Mitglieder der freien Berufe Mitglied der staatlichen Rentenversicherung werden, während es in Deutschland für diese Berufe keine Versicherungspflicht gibt.

Beide Länder wenden einen wichtigen Anteil ihrer öffentlichen Ausgaben für das Rentensystem auf (2009 waren es 13,6 % in Frankreich und 12,1 % in Deutschland).

Frankreich und Deutschland stehen vor der Herkulesaufgabe, Antworten auf die Alterung der Gesellschaft und die Verlängerung der Lebenserwartung zu finden. Dabei ist die demographische Herausforderung für Deutschland aufgrund der niedrigen Geburtenrate noch erheblich größer.

Beiderseits des Rheins wurden seit der Jahrtausendwende mehrere Reformen umgesetzt, die insbesondere Faktoren des automatischen Ausgleichs eingeführt haben. Hierzu gehören Maßnahmen auf drei Ebenen: Einnahmeverbesserungen der Rentenkassen, die Erhöhung des Renteneintrittsaltes und die Absenkung des Rentenniveaus. Beide verzichteten auf zu starke Beitragssteigerungen für die Aktiven, um die Arbeitskosten nicht zu sehr zu belasten.

Die umstrittenste Refom in Frankreich wie auch in Deutschland war die Heraufsetzung des Renteneintrittsalters. In Deutschland liegt es zwischen 63 und 67 Jahren mit einer legalen Altersgrenze von 67 Jahren, die bis 2030 umgesetzt wird. Entgegen der oft falschen Annahme wurde das legale Renteneintrittsalter in Frankreich auf 62 Jahre angehoben, wobei der reale Renteneintritt von der Beitragsdauer abhängig ist und somit meist zwischen 62 und 67 Jahren erfolgt. Nur Beschäftigte mit einer langen Berufskarriere, die schon sehr früh ins Erwerbsleben eingetreten sind, können abschlagsfrei mit 60 Jahren in die Rente gehen, soweit sie die notwendige Anzahl an Beitragstrimestern nachweisen können.

- Vergleich des deutschen und des französischen Rentensystems auf der Basis einer Studie der Direction générale du Trésor public von August 2012

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Letzte Änderung 07/12/2016

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