Rentrée 2013: Neues Schuljahr in Frankreich mit verändertem Wochenrhythmus [fr]

JPEG Am 3. September war es wieder so weit. Für 12,213 Mio. Schüler und 841.700 Lehrer begann mit der „Rentrée“ das neue Schuljahr in den 64.300 öffentlichen und privaten Schulen in Frankreich.

Auf der Grundlage des neuen Schulgesetzes (Loi du 8 juillet 2013 d’orientation et de programmation pour la refondation de l’école de la République ) kommt es zu einigen grundlegenden Neuerungen, die insbesondere den Schulalltag und die Unterrichtsorganisation betreffen.

Neuer Wochenrythmus

Die Viertagewoche mit dem freien Mittwoch ist ein Auslaufmodell. Etwa 4000 Kommunen führten zum Schuljahresbeginn für 1,3 Mio. Schüler die Viereinhalbtagewoche mit einem regulären Unterricht am Mittwochmorgen ein. Dafür wird der Unterricht an anderen Tagen entzerrt und es werden zusätzlich neue außerschulische Aktivitäten (z.B. Sport, Musik, Theater…) angeboten. Für das Angebot sind die Kommunen zuständig, wobei allein die Stadt Paris hierfür 26 Mio. € in die Hand nimmt.

Ab 2014 wird dann die neue Schulwoche in ganz Frankreich zur Regel. Städte wie Lille, Lyon, Marseille, Bordeaux oder Straßburg, aber auch viele andere Gemeinden hatten es vorgezogen, sich mehr Zeit für die Umstellung zu geben. In einigen Städten wie in Toulouse und Poitiers gibt es die Viereinhalbtagewoche allerdings schon länger.

Mehr Lehrer in Problemklassen

Im Grundschulbereich wird in Schulen mit vielen Problemschülern in den Klassen ein zweiter Lehrer eingesetzt. Damit soll eine individuellere Betreuung mit neuen pädagogischen Ansätzen ermöglicht werden. Hiervon verspricht man sich eine bessere Vermittlung der Grundfertigkeiten etwa im mündlichen und schriftlichen Ausdruck, beim Rechnen und bei den Arbeitsmethoden. Dieses neue Konzept ersetzt aber nicht die besonderen Unterrichts- und Betreuungshilfen für Schüler mit sehr großen Schwierigkeiten.

Vermehrte Einschulung von Kindern unter drei Jahren

Besonders in benachteiligten Stadtvierteln, Gemeinden und in den Überseegebieten soll die Einschulung von Kindern unter drei Jahren in die Vorschule (Ecole maternelle) gefördert werden. Ziel ist es dabei bis 2016 30% der Kinder in diesen benachteiligten Gebieten frühzeitig einzuschulen.

Reform der Lehrerausbildung

Mit dem Vorlesungsbeginn im Herbst wird auch die Reform der Lehrerausbildung umgesetzt. Die in Zukunft voll in die Universitäten eingegliederten Hochschulen für die Lehrerbildung (Écoles supérieures du professorat et de l’enseignement) lösen das bisherige Studienseminar (UFM) ab, das bisher für die Ausbildung der Lehrer der Primar- und Sekundarstufe zuständig waren ab. In einem zweijährigen Studiengang nach der Licence (Bachelor) verzahnt das neue Modell dabei die theoretische und praktische Ausbildung mittels Praktika und Unterricht an den Schulen. Zudem soll die Ausbildung auch eine Einführung in digitale Unterrichtsformen geben, Anreize für Forschungsaktivitäten setzen sowie zu einer besseren internationale Vernetzung führen.

- Weitere Informationen zur neuen Lehrerausbildung (Frz.)

Rentrée 2013: {{}} Kennziffern der Schule in Frankreich{{}}
Schüler in staatlichen und privaten Schulen {{}} 12 213 300 Schüler insgesamt (Frankreich und Überseegebiete), davon:
- 6 753 800 Schüler in der Vor- und Grundschule und
- 5 459 500 Schüler in der Sekundarstufe I und II,
davon:
- 3 330 300 in der Sekundarstufe I (Collège) und
- 2 129 200 in der Sekundarstufe II (Gymnasium), davon wiederum 667500 in berufsbildende Gymnasien
- 210 400 Schüler mit Behinderung in normaler Beschulung {{}}
Personal 841 700 Lehrkräfte in den allgemeinbildenden Schulen{{}}
Schulen 2011 64 300 öffentliche und private Schulen, davon:
- 52 900 Vor- und Grundschulen
- 7 100 Sekundarschulen (Collège)
- 4 300 Gymnasien, davon 1600 berufsbildende Gymnasien{{}}
Abschlüsse 2012 - 84,5 % der Schüler erhalten das Diplom der mittleren Reife (Diplôme national du brevet).
- 86,8 % der Schüler absolvieren die Abiturprüfung erfolgreich.
- 73,1 % eines Jahrgangs schließen die Schule mit dem Abitur ab. {{}}
Klassenstärken in den öffentlichen Schulen 2012 {{}} Vor- und Grundschulen
- 25,8 Schüler pro Klasse in den Vorschulen
- 22,8 Schüler in den Grundschulen
Sekundarstufen
- 24,7 Schüler pro Klasse in der Sekundarstufe
- 19,2 Schüler in den berufsbildenden Gymnasien
- 29,7 Schüler in den Gymnasien
Durchschnittliche Ausgaben (2010) pro Schüler
- 5 870 € in der Vor- und Grundschule
- 8 370 € der Sekundarschule (Collège)
- 11 470 € an Gymnasien
- 11 840 € an berufsbildenden Gymnasien

Quelle: Education nationale

- Schule: Die Beihilfe zum Schuljahresbeginn

Letzte Änderung 04/09/2013

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