Sozialabgaben: Frankreich entlastet 2018 Arbeitnehmer [fr]

Mit dem Ende 2017 vom Parlament verabschiedeten Haushalt sowie dem Haushaltsgesetz der Sozialversicherungen für das Jahr 2018 entlastet Frankreich Arbeitnehmer und Selbstständige und stellt die soziale Absicherung auf eine breitere Grundlage.

Senkung der Arbeitnehmerabgaben

2018 entfällt der sukzessiv gesenkte Arbeitnehmerbeitrag für die Krankenversicherung (bisher 0,75 %) ebenso wie der Arbeitnehmeranteil an der Arbeitslosenversicherung in Höhe von 2,4 % vollständig. Dies bedeutet eine Senkung der Lohnnebenkosten auf Arbeitnehmerseite um 3,15 %.

Gleichzeitig wird die allgemeine Sozialsteuer (Contribution sociale généralisée), die auf alle Einkommensarten (Lohn und Gehalt, Kapitalanlagen, Mieten) mit Ausnahme einiger Lohnersatzleistungen anfällt, um 1,7 % auf dann 9,2 % erhöht. Mindestrentenempfänger und Kleinrentner sind weiterhin von der Zahlung der CSG ausgenommen bzw. zahlen den reduzierten Satz von 3,8 %.

Insgesamt ergibt sich damit für die Arbeitnehmer ein Kaufkraftgewinn von 1,45 %.
Die nicht in die Arbeitslosenversicherung einzahlenden Beamten werden für die Erhöhung der CSG durch die Abschaffung der Solidaritätssteuer (CES) in Höhe von 1 % auf das Gehalt entlastet.

Der Arbeitgeberanteil an der Krankenversicherung (von 12,89 % auf 13 %) steigt ebenso leicht an wie der an der Arbeitslosenversicherung (von 4 % auf 4,05 %)

Eingliederung der Selbstständigen in die Allgemeine gesetzliche Sozialversicherung

Im Sinne einer gerechteren und vereinfachten sozialen Absicherung wird das bisher unabhängige System von Geschäftstreibenden und Freiberuflern (Régime social des indépendants) samt ihrer Zweige Krankheit, Rente und Familie ab 2018 über einen Zeitraum von 2 Jahren in die Allgemeine gesetzliche Sozialversicherung (Sécurité sociale) überführt. Die Reform betrifft etwa 6,5 Mio. Personen. Aus Gründen der Gleichbehandlung mit den Arbeitnehmern werden Freiberufler mit einer nahezu vollständigen Abschaffung ihres Beitrages für die Familienkasse (2,15 %) entlastet.

Die Allgemeine Sozialsteuer CSG

Die 1991 eingeführte "Contribution Sociale Généralisée (CSG)" ist eine allgemeine Sozialsteuer, die auf alle Einkommensarten erhoben wird und die die soziale Absicherung somit auf eine breitere Bemessungsgrundlage stellt. Ausgenommen sind allein bestimmte Sparbücher, Kindergeld- und Familienleistungen sowie niedrige Lohnersatzleistungen und Renten. Die CSG, die sukzessive in mehreren Schritten erhöht wurde, ersetzt seit 2018 auch den Arbeitnehmerbeitrag für die Kranken- und Arbeitslosenversicherung.

Ein Teil der CSG (6,8 % bzw. 5,9 % bei Renten) ist abzugsfähig und kann bei der Steuererklärung geltend gemacht werden.

2018 beträgt die CSG

- auf Lohn, Gehalt und Kapitalerträge 9,2 %
-  auf Renten 8,3 % bzw. 3,8 % bei Kleinrenten und entfällt bei Mindestrenten
-  Bei Lohnersatzleistungen fallen niedrigere Sätze an

Letzte Änderung 24/05/2018

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