Staatspräsident Hollande beim Besuch von Oradour-sur-Glane: Nicht nur ein Symbol [fr]

(c) Présidence de la République - JPEG Der zweite Tag des Staatsbesuchs von Bundespräsident Joachim Gauck in Frankreich führte den Gast am 4. September 2013 zusammen mit Staatspräsident François Hollande zur Mahn- und Gedenkstätte in Oradour-sur-Glane im Limousin. Hier hatte die SS-Division Das Reich am 10. Juni 1944 642 Bewohner erschossen, bevor sie den Ort dem Erdboden gleichmachte.

In seiner Ansprache würdigte Staatspräsident Hollande die Geste dieses ersten offiziellen deutschen Besuchs, die zeige, dass das Deutschland von heute der Realität der Nazi-Barbarei von gestern ins Auge blicke.

Dabei erinnerte er auch daran, dass es langer Jahre bedurft hätte, um das Grauen vollständig aufzuarbeiten. Die schuldigen SS-Führer hätten sich dabei einer Bestrafung entziehen können und eine Auslieferung sei nicht erwirkt worden.

Der Besuch Joachim Gaucks sei eine Bestätigung der Freundschaft zwischen beiden Ländern und gleichzeitig ein Beispiel für die Welt. Dabei seien Frieden und Demokratie kein gesichertes Gemeingut, sondern müssten von jeder Generation aufs Neue erreicht werden, so der Staatspräsident weiter. Der Besuch des Bundespräsidenten sei deshalb nicht nur ein Symbol, sondern auch eine Bekräftigung des Versprechens das Unakzeptable nicht hinzunehmen, und zwar überall, wo es passiert.

- Rede von Staatspräsident François Hollande
- Rede von Bundespräsident Joachim Gauck

Zum Abschluss des Staatsbesuchs hält sich Bundespräsident Gauck am 5. September in der augenblicklichen europäischen Kulturhauptstadt Marseille auf. Dort wird er unter anderem das in diesem Jahr neu eröffnete Museum der europäischen Zivilisationen und des Mittelmeers (Mucem) besuchen.

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Letzte Änderung 07/09/2013

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