Staatspräsident Hollande im Irak: Nach Sieg über Daesch, Versöhnung und Wiederaufbau ermöglichen [fr]

Staatspräsident François Hollande hielt sich am 2. Und 3. Januar 2017 in Begleitung von Verteidigungsminister Jean-Yves le Drian zu einem Besuch im Irak auf, bei dem er in Bagdad mit dem Premierminister der Republik Irak, Haider al-Abadi und ihrem Präsidenten Fouas Massoum zusammentraf. Zudem stattete er den französischen Ausbildern der Task force Monsabert et Narvik, die Sondereinheiten der irakischen Armee auf ihren Kampfeinsatz vorbereitet, einen Besuch ab.

Bei seinem Gespräch in Erbil mit dem Präsidenten der autonomen Region Irakisch-Kurdistan Masoud Barzani im Anschluss an einem Frontbesuch bei Mossoul unterstrich hob er die wichtige Rolle der kurdischen Peshmerga beim Kampf gegen die Terrororganisation hervor.

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz (2. Januar 2017) mit dem irakischen Premier bezog François Hollande zu den laufenden Militäroperationen gegen Daesch in Mossul und in Syrien und den notwendigen Stabilisierungs- und Wiederaufbaumaßnahmen Stellung:

(Auszüge)

„Wir können in Mossul sehen, dass die Kämpfe zu einer fortschreitenden Rückeroberung der Stadt führen. (…) Frankreich hat im Rahmen der internationalen Koalition eine unterstützende, beratende und intervenierende Funktion. Es interveniert durch seine Luftwaffe und durch eine Artilleriebatterie, dank der die irakischen Kräfte in Mossul einmarschieren konnten.

Aber wir tun dies mit Vorsicht und mit dem Anspruch, die Zivilbevölkerung zu schützen. Darauf legen Sie persönlich großen Wert. Darauf haben wir uns verständigt, weil wir Mossul befreien und den Terrorismus entwurzeln wollen, ohne dabei die Menschenrechte zu missachten. Dabei soll die Zivilbevölkerung mit dem von uns verfolgten Ziel uneingeschränkt einverstanden sein. Und das ist hier der Fall.

Der Kampf wird lange dauern – das habe ich bereits gesagt; aber er wird zum Sieg führen – ich wiederhole es. Danach muss er auf politischer Ebene fortgeführt werden, um Zusammenstehen und Versöhnung zu ermöglichen, aber er muss bis zum Schluss geführt werden, damit kein Teil des Staatsgebietes mehr von Daesch besetzt ist, in Irak genau wie in Syrien. Das nächste Ziel ist Rakka. Denn wenn Daesch in Irak ausgerottet ist, aber in Syrien verbleibt, dann ist klar, dass es immer noch Aktionen hier im Mittleren Osten, aber auch bei uns in Europa, in Frankreich, geben wird. Wir müssen also die Operation zu Ende führen und Frankreich ist Teil der internationalen Koalition, in Irak genau wie in Syrien.

Daher auch die Notwendigkeit, für Syrien an einer politischen Lösung zu arbeiten, die es eben ermöglicht, gegen Daesch und gegen den Terrorismus anzukämpfen.

Dann folgt der Wiederaufbau. Wir müssen beim logistischen, humanitären und wirtschaftlichen Wiederaufbau zusammenarbeiten. Auch hier dürfen wir keine Zeit verlieren, das heißt auf die Zeit nach Mossul, genauer gesagt auf die Zeit nach dem Sieg in Mossul muss sehr schnell die Versöhnung folgen, die politische Einheit und anschließend die Umsetzung eines massiven Plans zum Wiederaufbau und zur Wiederherstellung Mossuls. Frankreich wird sich daran vollumfänglich beteiligen.

(…) Vergangenen Oktober fand in Paris ein Treffen auf Initiative Frankreichs statt,
bei dem es darum ging, der Stabilisierung Mossuls, sobald es befreit sein wird, jede mögliche politische und humanitäre Unterstützung entgegenzubringen.“

Letzte Änderung 08/03/2017

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