Staatspräsidenten Kroatiens und Frankreichs eröffnen eine Ausstellung im Musée de Cluny [fr]

Kroatische Kultursaison in Frankreich
Paris zeigt ab dem 10. Oktober in einer Ausstellung das mittelalterliche Kroatien

JPEGAm 12. September 2012 gaben der französische und der kroatische Kulturminister den Startschuss für die Kultursaison „Croatie, la voici“ („Hier kommt Kroatien“) zu Ehren des Adria-Landes, das im Juli 2013 der Europäischen Union beitritt. Am 9. Oktober eröffnete der kroatische Präsident, Ivo Josipović, im Rahmen seines offiziellen Paris-Besuchs die Ausstellung „Et ils s’émerveillèrent“ („Und sie waren betört“) über das mittelalterliche Kroatien im Musée de Cluny.

JPEG© Présidence de la République - Christelle Alix

Im Jahre 1202 brachen Pilger aus der Champagne auf, um im Rahmen des 4. Kreuzzugs von Venedig aus das „Heilige Land“ zu erobern. Die Republik Venedig war der wichtigste Drahtzieher der Expedition. Vor ihrer Ankunft in Konstantinopel, das die Venezianer 1204 plünderten und zu dessen wichtigstem Beutegut die berühmten Bronzepferde gehörten, die heute vor der Basilika San Marco stehen, nahmen die Kreuzritter auf ihrem Weg entlang der Adria nach Israel eine Stadt an der dalmatinischen Küste ein. An ihrer Spitze stand Gottfried von Villehardouin, Marschall der Grafschaft Champagne und Chronist seiner Zeit. In einer seiner Erzählungen schreibt er „Als die Kreuzritter vor Zara vor Anker gingen, stellten sie fest, dass die Suche nach einer noch schöneren Stadt als dieser, umgeben von Mauern und Türmen, vergeblich wäre (…) Und sie waren betört“ von der Schönheit dieses Ortes, der im Mittelalter nicht nur einer der wichtigsten Knotenpunkten verschiedener Einflüsse, sondern auch ein einzigartiger Schmelztiegel künstlerischen Schaffens war.

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Die Rede ist von der heutigen Stadt Zadar in Kroatien. Im Rahmen des Festivals „Croatie, la voici“ eröffnete der kroatische Präsident bei seinem Staatsbesuch in Frankreich im Pariser Musée national du Moyen-Age de Cluny eine Ausstellung mit einer Sammlung von 43 Werken, die von kroatischen Museen und aus Kirchenschätzen der Städte Pula, Zadar, Nin, Trogir, Split, Dubrovnik und Zagreb zur Verfügung gestellt werden. Die Ausstellung zeigt die Werke in chronologischer Reihenfolge vom 9. bis 13. Jahrhundert. Die Besucher können Goldschmiedearbeiten und illuminierte Handschriften bewundern, die von den Anfängen der christlichen Zeitrechnung, den Vermischungen westlicher und östlicher Einflüsse, aber auch von der großen künstlerischen Vielfalt der Region zeugen. Ab dem 13. Jahrhundert, und vor allem im 14. Jahrhundert, war die Region ein regelrechter Schmelztiegel, in denen lokale Traditionen mit äußeren, insbesondere venezianischen Einflüssen zusammentrafen. Die Reliquienschreine in Form von menschlichen Organen, wie Köpfen, Armen, Beinen usw. bilden eine in Europa einzigartige Sammlung, deren Originalität noch heute Reisende aus aller Welt zum Staunen bringt.

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Die Ausstellung hat einen besonderen Platz im Musée de Cluny gefunden, dessen Gebäude selbst aus dem 15. Jahrhundert stammt. Es ist umgeben von einem mittelalterlichen Park, gesäumt von gallo-romanischen Thermen mitten im Herzen von Paris, an der Kreuzung zwischen Boulevard Saint-Germain und Boulevard Saint-Michel.

Das Programm von „Croatie, la voici“:
http://croatielavoici.com

Adresse
Musée de Cluny
6 place Paul Painlevé
75005 Paris

Öffnungszeiten
Täglich von 9:15 – 17:45 Uhr, dienstags geschlossen

Eintritt
Normaltarif: 8 € / ermäßigt: 6 €
Für EU-Bürger unter 26 Jahren ist der Eintritt frei

Letzte Änderung 16/10/2012

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