Stadtentwicklung: Maßnahmen zur Rückkehr des Staates in die Vorstädte [fr]

Im Rahmen der interministeriellen Arbeitsgruppe „Stadtentwicklung“ wurden 27 Maßnahmen vorgestellt, um „die Rückkehr des Staates“ in die Vorstädte sicherzustellen, so Premierminister Ayrault am 19. Februar 2013. Die Lage erfordert dies, da die Ungleichheiten zwischen den Vorstädten und dem Rest des Landes „seit rund zehn Jahren immer größer“ werden. Die Arbeitslosenrate in den Vorstädten beträgt 22,7 %; ein Drittel der Einwohner lebt unter der Armutsgrenze; ein Viertel der Jugendlichen hat keinen Schulabschluss.

Mit den jetzt verabschiedeten Maßnahmen sollen mehrere Ziele verfolgt werden:
- staatliches Handeln soll gezielter und nicht nach dem Gießkannenprinzip erfolgen,
- Einwohner und Akteure vor Ort sollen in die Politikgestaltung einbezogen werden,
- die nationale Politik soll unter Berücksichtigung der jeweiligen Besonderheiten auf die Quartiere angewendet werden,
- das Lebensumfeld soll erneuert und verbessert werden,
- Diskriminierung soll bekämpft werden.

Ferner sollen an 10 Standorten in Frankreich sogenannte „emplois francs“ (steuerbegünstigte Arbeitsplätze) erprobt werden. Bei diesem Modell handelt es sich um eine Umkehrung des Prinzips der städtischen Freizonen ZFU, in denen Unternehmen von Steuererleichterungen profitieren, wenn sie sich in Problembezirken ansiedeln. Im Falle der „steuerbegünstigte Arbeitsplätze“ geht es darum, Jugendlichen aus Problemvierteln eine Beschäftigung in einem Unternehmen außerhalb des kritischen Umfelds zu ermöglichen; Unternehmen, die Jugendliche aus Problemvierteln beschäftigen, profitieren von Steuererleichterungen. 2 000 Verträge können mit 5 000 Euro subventioniert werden, wenn sie unbefristet mit jungen Leuten zwischen 18 und 30 Jahren aus einer städtischen Problemzone geschlossen werden.

Letzte Änderung 27/02/2013

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