Stadtentwicklungsprogramm Grand Paris soll Hauptstadt zu einer nachhaltigen Weltmetropole machen [fr]

JPEG Am 29. April 2009 wurde im Pariser Architekturmuseum Cité de l’architecture et du patrimoine die Ausstellung « Grand Paris » eröffnet, in der 10 Architektenteams ihre Entwürfe für die Umgestaltung der Metropole an der Seine vorstellen. Die Ausstellung läuft bis zum 22. November 2009.

Staatspräsident Nicolas Sarkozy hielt zu diesem Anlass eine Rede, in der er skizzierte, wie aus der französischen Hauptstadt die Weltmetropole „Grand Paris“ werden soll. Dabei sprach er von der „größten Herausforderung der Politik des 21. Jahrhunderts“.

Ziel dieses weitreichenden Stadtentwicklungsprogramms ist die Schaffung von 800.000 bis 1 Million Arbeitsplätzen in den kommenden 15 Jahren. Die Strategie zur Erreichung dieses Ziels lautet: Innovation, demographisches Wachstum und vor allem der Anstieg der erwerbstätigen Bevölkerung.

Dieses neue Stadtentwicklungskonzept sieht eine enge Vernetzung sämtlicher Dimensionen – Wohn- und Lebensraum, Mobilität, Ökologie, Kultur, Wirtschaft... – der urbanen Politik vor, um die Stadt nachhaltiger und attraktiver zu gestalten und die urbane Lebensqualität zu verbessern. Insbesondere auf die angespannte Wohnungslage muss es Antworten liefern, d.h. es müssen 70.000 – 75.000 Wohnungen im Jahr gebaut werden. Die Umsetzung des Programms soll 2012 beginnen.

Begleitet wird die Umgestaltung der Metropole durch ein umfangreiches Projekt zum Ausbau des Verkehrsnetzes, für das über 10 Jahre insgesamt 35 Milliarden Euro investiert werden. Geplant ist

- ein neue automatische Metro, die auf 130km die wichtigsten Knotenpunkte der Hauptstadt miteinander verbindet;

- die Verbesserung des Nahverkehrsnetzes über eine Optimierung der RER-Linien hin zu verbesserter Leistungsfähigkeit, größerer Geschwindigkeit und Regelmäßigkeit;

- die Verlängerung der RER-Linie E nach Westen, der Ausbau des Straßenbahnennetzes und die Verlängerung einiger Metro-Linien.

Staatspräsident Sarkozy sprach sich ferner für ein Verkehrssystem im 24 Stunden-Rhythmus aus. Darüber hinaus soll über einheitliche Fahrtarife im „Grand Paris“ nachgedacht werden.

Le Havre, so der Präsident, soll der „Hafen von Grand Paris“ werden. Das Seinebecken werde schon ab 2015 erschlossen sein. Mit dem TGV werde man in nur einer Stunde von Le Havre nach Paris fahren können.

Ferner ist die Entwicklung dreier spezifischer Wirtschaftspole in der Region vorgesehen, und zwar für die folgenden Bereiche:

- Forschung und Technologie (Saclay)
- Luftfahrt und Wirtschaftstourismus (Bourget)
- Digitalindustrie (Saint-Denis)

Letzte Änderung 07/03/2013

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