Umweltschutz: Neuwagen haben ab Anfang 2008 in Frankreich auch einen ökologischen Preis

(c) Ministère de l'écologie et du développement durable - JPEG Im Rahmen der bei dem Umweltgipfel (Grenelle de l’environnement) Ende Oktober eingeleiteten Politik zum Umweltschutz und zum Kampf gegen den Klimawandel ist mit dem Jahreswechsel 2008 in Frankreich eine Umweltsteuer mit einem Bonus-Malus System (Ecopastille) beim Kauf von Neuwagen eingeführt worden, die an die CO2-Emissionen gekoppelt ist.

Wie funktioniert das ökologische Bonus-Malus-System?

Der Kauf von umweltverträglichen Autos soll begünstigt werden, und zwar indem man finanzielle Anreize für den Kauf von Neuwagen mit geringem CO2-Ausstoß schafft und Käufer von Fahrzeugen mit großem CO2-Ausstoß benachteiligt. Konsumgüter sollen in gewisser Weise einen ökologischen Preis bekommen, ähnlich einem festgelegten Verschmutzungsrecht. Der finanzielle Anreiz wird finanziert durch den Malus, der beim Kauf eines neuen umweltverschmutzenden Fahrzeug entrichtet werden muss.

Ziele

Den Erneuerungszyklus bei Fahrzeugen beschleunigen;

Die Fahrzeughersteller zur technologischen Innovation anregen, damit sie ihr Angebot zunehmend auf die „sauberen“ Kraftfahrzeuge ausrichten;

Das Prinzip

Die Höhe des Bonus bzw. des Malus ist von der Höhe der CO2-Emissionen abhängig, die ein neues Fahrzeug in Gramm pro Kilometer ausstößt:

- Beim Kauf eines neuen Fahrzeugs mit CO2-Emissionen bis zu 130g/km wird ein Nachlass zwischen 200 und 1000 Euro gewährt. Bei Fahrzeugen mit Emissionen bis zu 60g/km sind es sogar 5000 Euro und bei noch geringerem Treibhausgasausstoß soll ein noch größerer Bonus gewährt werden;

- Beim Kauf eines Fahrzeugs mit CO2-Emissionen von mehr als 160g/km soll ein Malus zwischen 200 und 2600 Euro und mehr entrichtet werden;

- Für diejenigen, die ihr altes Fahrzeug (über 15 Jahre) beim Kauf eines neuen mit geringem CO2-Ausstoß verschrotten, ist ein Superbonus von etwa 300 Euro vorgesehen.

Dieser Mechanismus erfordert keinerlei zusätzliche Kosten für die Verbraucher oder für die Unternehmen, denn mit den Erträgen aus den „Bußgeldern“ werden die Unkosten beglichen, die bei der Schaffung von Anreizen für den Kauf von sauberen Fahrzeugen und für die ökologische Erneuerung des Kraftfahrzeugbestandes entstehen.

Die Emissionsgrenzen sollen Schritt für Schritt herabgesenkt werden, und zwar so, dass die Autohersteller ihre Produkte anpassen können, das heißt den CO2-Ausstoß ihrer Autos alle zwei Jahre um 5 Gramm reduzieren.

Wer ist betroffen?

Etwa 31% der Neuwagen würden derzeit mit dem Bonussystem verkauft werden, bei 25% der Neuwagen müsste ein Malus entrichtet werden. Der höchste Malus würde nur die großen Limousinen (mehr als 250g/km) und nur etwa 1% der Neuwagen betreffen.

Fahrzeuge, deren CO2-Emissionen in den derzeitigen Emissionsdurchschnitt fallen wären weder von der Bonus- noch von der Malusregelung betroffen; mit einem CO2-Ausstoß von 130-160 g/km wären das derzeit etwa 44% der Neuwagen.

Die Umsetzung

Die Bonus- und die Superbonus-Regelung wurde per Dekret festgeschrieben, das ab 5. Dezember in Kraft getreten ist.

Die Malus-Regelung wurde im Rahmen eines von der Regierung eingebrachten Abänderungsvorschlags eingeführt und tritt ab Januar 2008 in Kraft.

Letzte Änderung 07/11/2017

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